Fr 21.12.2012
Gleichstellungspolitik ist eines der zentralen gesellschaftspolitischen Handlungsfelder in Deutschland. Die demografische und wirtschaftspolitische Entwicklung des Landes sowie der Zusammenhang der Gesellschaft hängt auch davon ab, ob die Ursachen für die noch immer ungleich verteilten Chancen und Risiken zwischen Frauen und Männern behandelt werden. Die Gleichstellungspolitik ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Seit der Aufnahme der Frauenpolitik in die Aufgaben des Bundesfamilienministeriums in den 1980er Jahren hat sich die Gleichstellungspolitik in Deutschland stark weiterentwickelt. Anfangs stand nur die Frauenpolitik im Mittelpunkt des Auftrags. Dabei ging es um den Schutz von Frauen vor Diskriminierung und Gewalt und - etwa mit der Ergänzung von Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes - um die Durchsetzung gleicher Rechte für Frauen.
In den 1990er Jahren veränderte sich mit dem Konzept des Gender Mainstreamings der Schwerpunkt hin zu einer Gleichstellungspolitik für Frauen und für Männer. Heute deutet sich eine weitere politische Akzentverschiebung an: Chancengerechtigkeit im Lebenslauf steht im Fokus einer modernen Gleichstellungspolitik. Ein wichtiges Ziel dabei ist, dass auch Frauen und Männer, die Fürsorgeaufgaben in der Familie übernehmen, faire Chancen und Einkommensperspektiven im Berufsleben haben.
Welche Erfolge die Gleichstellungspolitik vorweisen kann und welche Herausforderungen weiterhin bestehen bleiben, das zeigt der Erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Er identifiziert politischen Handlungsbedarf gerade an den Übergängen zwischen einzelnen Lebensphasen - etwa bei der ersten beruflichen Orientierung, bei der Familiengründung oder beim Wiedereinstieg in das Berufsleben. Dadurch wird deutlich, wie sich einzelne nachteilhafte Situationen zu langfristigen Risiken aufsummieren können.
Die Bundesregierung kooperiert in der Gleichstellungspolitik mit den zuständigen Stellen in Ländern und Kommunen und arbeitet mit zahlreichen Verbänden und Vertretern der Sozialpartner, von Frauenverbänden oder der Wissenschaft intensiv zusammen.