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Mo 20.01.2014

Genitale Verstümmelung bei Frauen und Mädchen

Die Bundesregierung setzt sich seit vielen Jahren für die Bekämpfung der genitalen Verstümmelung von Mädchen und Frauen ein. Erst in den letzten Jahren wächst in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür, dass aufgrund von Migrationsprozessen auch innerhalb der deutschen Gesellschaft eine Auseinandersetzung mit diesem Problem notwendig ist. Genaue Zahlen, wie viele von Genitalverstümmelung betroffene Mädchen und Frauen in Deutschland leben, gibt es nicht.

Die gesundheitlichen und psychischen Folgen einer genitalen Verstümmelung sind oft sehr schwerwiegend und äußerst langwierig und erfordern bei medizinischen Fachkräften neben gutem Fachwissen eine besondere Sensibilität für die soziale und psychische Situation der Betroffenen. Daher richtet die Bundesregierung ihre Öffentlichkeitsarbeit schwerpunktmäßig an die Zielgruppe der Fachleute (Ärzteschaft, Beratung) als wichtige Multiplikatoren aus.

Entscheidend ist die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern. Die Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit geben aber auch für die Frage, mit welchen Mitteln die genitale Verstümmelung in Deutschland wirksam angegangen werden kann, wichtige Impulse. Daher hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Mitarbeit von Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufen, die prüft, mittels welcher Maßnahmen weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland wirksam bekämpft werden kann.

Bundesweites Hilfetelefon

Unterstützung erhalten Betroffene von Genitalverstümmelung auch über das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 - 116 016.  Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden. Das barrierefreie, anonyme und mehrsprachige Angebot steht rund um die Uhr zur Verfügung.