http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=73030.html

Do 27.05.2010

Gewalt gegen ältere Frauen

Bislang wurde das Thema häusliche Gewalt primär als Problem jüngerer Frauen und ihrer Kinder gesehen. Häusliche Gewalt endet jedoch nicht im Alter. Vielmehr ist von besonderen Problem- und Bedürfnislagen älterer Frauen auszugehen. Die Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen" kommt zu dem Ergebnis, dass besonders für ältere Opfer von häuslicher Gewalt Hilfsangebote eingerichtet werden müssen.

  • Ältere Frauen werden zwar seltener als jüngere Frauen Opfer von Gewalt in Partnerschaften. Allerdings handelt es sich bei älteren Frauen um Gewalt in langjährigen Misshandlungsbeziehungen ebenso wie um Gewalt, die - auch bedingt durch altersbezogene Veränderungen - erst spät einsetzt.
  • Es ist für ältere Frauen häufig schwieriger, eine Gewaltbeziehung zu beenden und eine eigenständige Perspektive zu entwickeln. Besondere Gefährdungen entstehen, wenn misshandelte Frauen pflegebedürftig werden und umgekehrt verstärken sich Verantwortungsgefühle, wenn misshandelnde Männer auf Pflege angewiesen sind.
  • Ältere Frauen sind der Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen" zufolge nur unzureichend über Unterstützungsangebote informiert und nehmen diese selbst dann kaum in Anspruch, wenn sie von schwerer körperlicher, sexueller und/oder psychischer Gewalt durch den Partner betroffen sind oder waren.

Aktionsprogramm "Sicher leben im Alter"

Basierend auf den Ergebnissen der Studie "Kriminalitäts- und Gewalterfahrungen im Leben älterer Menschen" hat das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit der Deutschen Hochschule der Polizei das Aktionsprogramm "Sicher leben im Alter" gestartet. Es läuft drei Jahre bis Ende 2011.

Das Aktionsprogramm bündelt und vernetzt bereits vorhandene Angebote und schafft so eine neue und übersichtliche Struktur der Hilfen. So soll etwa die Ermittlung von Todesursachen bei Menschen die 75 Jahre und älter sind optimiert werden, um so mögliche Gefahrenquellen früher erkennen zu können. Hinzu kommen Maßnahmen zur Gewaltprävention, etwa bei Gewalt in Partnerschaften oder Vernachlässigung älterer Menschen in der häuslichen Pflege.

In der Modellregion Hamburg werden seit 1. August 2009 acht Beratungs- und Hilfeangebote aus dem Bereich Frauenberatung und Opferhilfe gezielt auf die Bedürfnisse älterer Frauen abgestimmt, um Zugang zu und Inanspruchnahme durch ältere Frauen zu verbessern. Außerdem werden Altenpflegerinnen und Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte geschult und in die Vernetzung eingebunden.


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