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Do 16.06.2016

Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel

Menschenhandel ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und weist vielfältige Formen auf: von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung über Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung, zur Ausbeutung der Bettelei oder zur Begehung strafbarer Handlungen des Opfers bis zu illegalem Organhandel. Zur Koordinierung der vielfältigen Aktivitäten bei der Bekämpfung des Menschenhandels hat die Bundesregierung im Frühjahr 1997 die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel  (bis 2012 unter der Bezeichnung Bund-Länder-Arbeitsgruppe Frauenhandel) eingerichtet.  Dieser gehören die zuständigen Bundesressorts, das Bundeskriminalamt sowie Vertretungen der Länder und Nichtregierungsorganisationen an. Unter Federführung des Bundesfamilienministeriums kommt die Arbeitsgruppe zweimal jährlich zusammen.

Zu den Aufgaben der Bund-Länder-Arbeitsgruppe gehören:

  • ein kontinuierlicher Informationsaustausch über die vielfältigen Aktivitäten innerhalb der Bundesregierung, in den Bundesländern, in den nationalen und internationalen Gremien sowie in den Nichtregierungsorganisationen,
  • eine Analyse der konkreten Probleme bei der Bekämpfung des Menschenhandels,
  • die Erarbeitung von Empfehlungen und gegebenenfalls gemeinsamen Aktionen zur Bekämpfung des Menschenhandels.

Zu den konkreten Ergebnissen zählen unter anderen:

  • die Entwicklung eines Kooperationskonzepts für einen speziellen Zeuginnenschutz für Frauen, die nicht in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden können oder wollen, das Grundlage entsprechender Modelle in den Bundesländern ist,
  • die Erarbeitung einer Empfehlung für die Bundesländer zum Anwendungsbereich des Opferentschädigungsgesetzes für Opfer von Menschenhandel,
  • die Durchführung von speziellen Fortbildungen des Bundeskriminalamtes im Bereich der Polizei,
  • die Erstellung eines "Arbeitspapiers zur Standardisierung der Aus- und Fortbildung im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung".