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Mi 06.03.2013

Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Der im September 2007 verabschiedete "Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen" liefert ein umfassendes Handlungskonzept, das Antworten auf die aktuellen Herausforderungen zum Schutz von Frauen vor Gewalt gibt und alle Maßnahmen der Bundesregierung zu diesem Themenfeld bündelt. Mit Hilfe des Planes sollen vor allem die Gewaltbekämpfung effizienter und der Schutz von betroffenen Frauen verbessert werden.

Der Aktionsplan II bündelt mehr als 130 Maßnahmen der Bundesregierung in den Bereichen

  • Prävention
  • Rechtsetzung durch den Bund
  • Hilfesystem zur Unterstützung und Beratung Gewalt betroffener Frauen
  • Bundesweite Vernetzung im Hilfesystem
  • Kooperationen zwischen staatlichen Institutionen und nichtstaatlichen Hilfsangeboten
  • Arbeit mit Tätern und Täterinnen
  • Qualifizierung und Sensibilisierung
  • Forschung
  • Europäische und sonstige internationale Zusammenarbeit
  • Unterstützungsmaßnahmen für Frauen im Ausland.

Der Aktionsplan II thematisiert alle Formen von Gewalt und setzt da an, wo nach dem ersten Aktionsplan besondere Handlungsnotwendigkeiten bestehen. Er berücksichtigt insbesondere die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund und von Frauen mit Behinderungen sowie den Bereich der medizinischen Versorgung. Die möglichst früh ansetzende Prävention soll verstärkt und Maßnahmen des Kinder-, Jugend- und Frauenschutzes effektiv miteinander verbunden werden - beispielsweise im Bundesprogramm "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme". Alle Maßnahmen des Aktionsplans befinden sich in der Umsetzung oder konnten bereits erfolgreich umgesetzt werden.

Mit diesem Aktionsplan liegt ein Gesamtkonzept des Bundes vor, das auch Zuständigkeitsbereiche der Länder und Kommunen mit einschließt. Dazu zählen die polizeiliche und gerichtliche Praxis sowie der Aufbau und Erhalt von Hilfsangeboten und Unterstützungseinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen. Die Umsetzung des Konzeptes setzt daher auf die gezielte Kooperation zwischen Bund, Ländern, Kommunen und auch Nichtregierungsorganisationen voraus. Diese wird seit dem ersten Aktionsplan in den Bund-Länder-Arbeitsgruppen "Häusliche Gewalt" und "Frauenhandel" (unter Anpassung an den internationalen und europäischen Sprachgebrauch seit November 2012 "Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel") praktiziert, die als Steuerungsgremien zur Umsetzung des Aktionsplans dienen. Die übergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen hat sich bewährt und wird fortgeführt.


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