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Do 14.01.2016

Mehr Schutz für weibliche Flüchtlinge vor Gewalt

Die Bundesregierung unterstützt Länder und Kommunen dabei, den Schutz von Frauen in Flüchtlingsunterkünften sicherzustellen. Das haben Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und Staatsministerin Aydan Özoğuz bei der Veranstaltung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung und des Deutschen Instituts für Menschenrechte am 14. Januar betont und eine Zusammenarbeit angekündigt.

Schutzlücke schließen

"Frauen und Kinder sind vor Krieg, Terror und Unterdrückung geflohen. Jeder Fall von Gewalt, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch ist einer zu viel. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Frauen und Kinder auch in den Flüchtlingsunterkünften geschützt werden. Ich freue mich, dass  ich mit Staatsministerin Özoğuz eine starke Partnerin habe, gemeinsam die notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Flüchtlingsfrauen - und Kindern auf den Weg zu bringen. Neben den konkreten Schutzmaßnahmen vor Ort brauchen wir auch die Regelung zum Führungszeugnis für alle, die in Flüchtlingsunterkünften mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Hier gibt es eine Schutzlücke, die wir schließen müsse", sagte Manuela Schwesig.

Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, unterstrich: "Wir stehen in der Verantwortung, den Schutz von Frauen und Mädchen in Flüchtlingsunterkünften sicherzustellen. Trotz aller akuten Herausforderungen dürfen wir ihre besonderen Bedürfnisse nicht vergessen. Dabei geht es nicht nur um praktische Dinge wie getrennte sanitäre Anlagen und Rückzugsräume. Auch das Personal muss entsprechend sensibilisiert und geschult sein. Wichtig ist, dass die Frauen ihre Rechte nicht nur kennen, sondern wir sie auch darin bestärken, diese wahrzunehmen. Das heißt, dass sie von uns auch Informationen über Hilfsangebote bekommen und wir genügend Beratungsmöglichkeiten bereitstellen müssen."

Umfassendes Schutzkonzept

Bei der Fachveranstaltung "Frauen in Flüchtlingsunterkünften – Lage erkennen – Rechte wahren" diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie der Wohlfahrtsverbände und Einrichtungen vor Ort über Handlungsbedarfe beim Schutz von weiblichen Flüchtlingen und zeigten mögliche Lösungswege auf. So brachte Manuela Schwesig erste Projekte eines umfassenden Schutzkonzepts insbesondere für Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften bereits auf den Weg. Darunter:

  • Ein KfW-Förderprogramm mit einem Volumen von bis zu 200 Millionen Euro zur Finanzierung baulicher Schutzmaßnahmen insbesondere für Frauen und Kinder durch die Kommunen, das im März starten kann,
  • eine Kooperation mit UNICEF zur Beratung und Unterstützung in den Flüchtlingsunterkünften und
  • die Stärkung der Angebote der Folteropferzentren zur Traumabewältigung mit einem Fokus auf Gewalt gegen Frauen.

Hilfsangebote in mehreren Sprachen

Mit Hilfsangeboten und Informationsmaterialen in vielen Sprachen sollen weibliche Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften und Frauen mit Migrationshintergrund noch gezielter erreicht und über das bestehende  Informations – und Hilfeangebot informiert werden.

So berät das "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" 365 Tage im Jahr rund um die Uhr unter der Rufnummer 08000 116 016 Frauen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch,  Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Arabisch, Persisch, Chinesisch, Serbokroatisch, Bulgarisch, Rumänisch und Vietnamesisch. Die Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen bei allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter. Anruf und Beratung sind kostenlos.

Zudem sind die Website www.schwanger-und-viele-fragen.de und der Informationsflyer "Schwanger und Sie haben viele Fragen?" ab sofort neben den Sprachen Deutsch und Englisch auch auf Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Bulgarisch, Rumänisch, Serbokroatisch, Türkisch, Arabisch und Persisch verfügbar. Auf Website und Flyer finden Frauen und Männer mit Fragen rund um die Schwangerschaft, Geburt und Familienplanung eine Beratungsstelle und den Hinweis auf das Hilfetelefon "Schwangere in Not", das kostenfrei, anonym, barrierefrei und mehrsprachig rund um die Uhr erreichbar ist.