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Mi 10.06.2015

"Peking+20": Gleichstellung der Geschlechter kann nicht mehr warten

Knapp 20 Jahre nach der 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking kamen am 9. Juni in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um gemeinsam mit Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und der Exekutiv Direktorin von UN Women, Phumzile Mlambo-Ngcuka, dieses Jubiläum zu würdigen.

Auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking unterzeichneten am 15. September 1995 Delegierte aus 189 Ländern die Pekinger Erklärung und die Pekinger Aktionsplattform zur Gleichstellung der Geschlechter. Anlässlich dieses Jubiläums hatte das Deutsche Komitee für UN Women zu einer festlichen Abendveranstaltung in die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen nach Berlin eingeladen. UN Women fordert mit der weltweiten Kampagne zu "Peking+20" alle Akteure dazu auf, die damals getroffenen Vereinbarungen zur Gleichstellung der Geschlechter vollständig umzusetzen.

Manuela Schwesig: "Den Geist von Peking wachhalten"

"Kein Land hat die vollständige Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen erreicht - auch Deutschland nicht. Daher müssen wir den Geist von Peking wachhalten und gemeinsam für Frauenrechte einstehen. Gleichstellung muss zur Lebensrealität der Menschen werden", sagte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig. Sie betonte, wie wichtig es für die Zukunft der Gesellschaften weltweit ist, dass Frauen und Mädchen gleichberechtigt teilhaben an Wirtschaft und Politik, dass ihre Rolle in Konflikten- und Krisenregionen gestärkt wird und sie besser vor Gewalt und Misshandlung geschützt werden. Konkret in Deutschland sei das jüngst verabschiedete Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hierfür ein wichtiger und historischer Schritt.

Die Gesellschaft wachrütteln

Die UN Women Untergeneralsekretärin und Exekutiv Direktorin Phumzile Mlambo-Ngcuka führte aus, dass die Umsetzung der Pekinger Aktionsplattform nochmals ganz genau auf Fortschritte und Hindernisse überprüft worden sei. Die daraus gewonnenen Daten haben es ermöglicht, Errungenschaften, aber auch Diskrepanzen darzulegen und Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wachzurütteln, mehr zu unternehmen: Damit sie ihre Ziele in Bezug auf Gleichberechtigung bestätigen und erweitern, die tiefverwurzelten sozialen Normen und diskriminierenden Verhaltensweisen, die der tatsächlichen Gleichstellung von Mann und Frau im Wege stehen, in Angriff nehmen und damit in eine inklusive Zukunft investieren.

Alle Rednerinnen des Abends forderten, Rückschritte zu verhindern. Frauen und Mädchen, Jungen und Männer müssten sich gemeinsam dafür einsetzen, dass die Gleichstellung der Geschlechter für die nachfolgenden Generationen bis zum Jahr 2030 zu einer Selbstverständlichkeit und Normalität wird, die nicht mehr in Frage gestellt wird.

Die Pekinger Aktionsplattform

Auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking unterzeichneten am 15. September 1995 die Delegierten aus 189 Ländern die Pekinger Erklärung und die Pekinger Aktionsplattform. Diese stellen ein einzigartiges Programm zur Gleichstellung von Frauen und Männern in zwölf kritischen Themenfeldern dar; viele Aspekte wurden zum ersten Mal im Rahmen einer internationalen Konferenz behandelt. Niemals zuvor wurde Gewalt gegen Frauen in einem internationalen Dokument so umfassend und konkret geschildert und Wege zu ihrer Beseitigung aufgezeigt. Erstmals wurde auch ein gleicher Zugang zum Erbrecht für Mädchen und Jungen in einem internationalen Dokument gefordert. Die Umsetzung dieser zwölf kritischen Themenfelder ist von grundlegender Bedeutung, um eine tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern zu erreichen.

Der Festakt in den Sozialen Netzwerken

Viele Gäste des Festaktes verbreiteten ihre Eindrücke über Twitter. Unser Storify gibt einen Überblick.