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Mo 31.03.2014

Ein Jahr Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Seit einem Jahr rund um die Uhr im Einsatz: Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Am 31. März stellte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig den ersten Jahresbericht 2013 vor und zog Bilanz: "Das Hilfetelefon 'Gewalt gegen Frauen' ist ein sehr wichtiges Angebot. Frauen, denen Gewalt widerfährt sollen wissen, dass sie jederzeit vertrauensvoll Hilfe bekommen können", betonte Manuela Schwesig. "Deshalb möchte ich, dass das Hilfetelefon auch noch bekannter wird."

Rund um die Uhr erreichbar

Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 und über die Webseite www.hilfetelefon.de stehen mehr als 60 Beraterinnen des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" seit März 2013 betroffenen Frauen bei allen Fragen zur Seite. Telefonate können rund um die Uhr in 15 Sprachen übersetzt werden. Über die Website gibt es auch einen Zugang zu einer Gebärdensprachübersetzung. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und andere Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden.

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

18.800 Beratungsgespräche

Insgesamt 47.504 Kontakte führten zu rund 18.800 Beratungsgesprächen per Telefon, Chat oder E-Mail. Mit dem Jahresbericht werden erstmals auch Erfahrungsberichte aus der Praxis der Beratungsarbeit veröffentlicht.

"Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar - genau dann, wenn die Betroffenen es brauchen, wenn sie den Mut gefasst haben oder auch, wenn der Gang zu einer Einrichtung vor Ort für sie zunächst eine zu große psychologische Hürde darstellt", erklärt Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons. "Damit ergänzt es die Öffnungszeiten der Fachberatungsstellen und leistet einen wichtigen Teil der Erst- und Krisenberatung."

Jede dritte Frau war bereits von Gewalt betroffen

Allein in Deutschland haben 35 Prozent der Frauen schon einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlitten. 22 Prozent sind von körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch ihren Lebenspartner betroffen gewesen. Doch rund 85 Prozent der Frauen wenden sich nicht an eine Beratungsstelle, 66 Prozent der von Partnergewalt betroffenen und 75 Prozent der von Gewalt außerhalb der Partnerschaft betroffenen Frauen wenden sich an gar keine außerstehende Stelle.

TV-Kommissarinnen als Botschafterinnen des Hilfetelefons

Um das Hilfetelefon noch bekannter zu machen, konnten die TV-Kommissarinnen Elisabeth Brück, Ulrike Folkerts, Eva Mattes und Adele Neuhauser als Botschafterinnen gewonnen werden. Während eines Pressetermins im November 2013 lasen sie beispielhafte Geschichten von Frauen vor, die Gewalt erlitten hatten und sich an das Hilfetelefon gewandt haben. Die Lesungen stehen als Audio-Dateien zum Download zu Verfügung.