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Mi 28.08.2013

5. Bilanz Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft veröffentlicht

Am 28. August hat das Bundesfamilienministerium die 5. Bilanz Chancengleichheit vorgelegt. Der Bericht zeigt einen Querschnitt der Fortschritte, die Politik und Wirtschaft in den vergangenen Jahren insbesondere in den Bereichen Bildung und Ausbildung, bei der Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und beim Frauenanteil in Führungspositionen erreicht haben. Die Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung haben dazu ebenso beigetragen wie das große Engagement von Unternehmen und Tarifpartnern für eine familienfreundlichere Arbeitswelt. Eine besonders erfreuliche Entwicklung ist auch die stetig steigende Zahl der Väter, die nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit nehmen.

"Wir müssen weg von Arbeitsstrukturen, die nur diejenigen nach oben lassen, denen zuhause jemand den Kühlschrank füllt, den Nachwuchs versorgt und den Nachschub an frisch gebügelter Kleidung sicherstellt", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. "Die Arbeitswelt muss weiblicher werden. Das muss wachsen und begleitet werden von einer couragierten Arbeitsmarktpolitik. Von fairen Chancen für Frauen kann solange keine Rede sein, wie sich Arbeitnehmer mit familiären Fürsorgeaufgaben fehlenden Ehrgeiz vorhalten lassen müssen, Teilzeitarbeit aufs Abstellgleis führt und Frauen der Wiedereinstieg unnötig erschwert wird. Und: Wir brauchen eine Debatte darüber, welche Rolle faire Chancen und faire Bezahlung für Frauen eigentlich in den Tarifverhandlungen spielen."

Frauenanteil in DAX-30-Unternehmen kontinuierlich gestiegen

Im Vergleich zur 4. Bilanz von 2011 ist ein kontinuierlicher Aufwärtstrend bei der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen festzustellen - das dokumentiert die 5. Bilanz. In nur zwei Jahren hat sich der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-30 Unternehmen von 13,63 Prozent auf 21,52 Prozent und in den Vorständen von 2,15 Prozent auf 7,89 Prozent erhöht (Women on Board-Index vom 15. Juni 2013). Darüber hinaus gibt es eine leichte Verbesserung bei den Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern: Seit 2011 hat sich die Lohnlücke um einen Prozentpunkt verringert.

Am 2. Juli 2001 hatten die damalige Bundesregierung und die Spitzenverbände der Privatwirtschaft die Vereinbarung "Zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft" geschlossen. Seitdem wird alle zwei Jahre die Bilanz Chancengleichheit veröffentlicht. Konkrete Zielvorgaben einzelner Unternehmen für mehr Frauen in Führungspositionen gibt es allerdings erst, seitdem Bundesfamilienministerin Kristina Schröder den Kreis der Dax-30-Unternehmen für eine entsprechende Initiative gewinnen konnte.

Regionale Bündnisse für Chancengleichheit

Um die Entwicklung jenseits der allergrößten Betriebe generell deutschlandweit zu befördern, ist auf Initiative des Bundesfamilienministeriums 2012 mit zehn "Regionalen Bündnissen für Chancengleichheit" das größte Unternehmensbündnis für Frauen in Führungspositionen entstanden: Rund 100 Unternehmen aus unterschiedlichen Regionen und Branchen – große wie mittelständische, öffentliche wie private – entwickeln betriebsindividuelle Ziele zur Erhöhung ihres Frauenanteils in Führungspositionen. Eingebunden sind auch die Spitzen der Kommunalpolitik, insbesondere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Landrätinnen und Landräte.