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Mo 05.08.2013

Langfassung der Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung veröffentlicht

Frauen mit Behinderungen sind besonders häufig von Gewalt und Diskriminierung betroffen. Dies ist ein Ergebnis der 2012 veröffentlichten Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland", die nun auch als detaillierte Langfassung vorliegt. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und dem Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Bielefeld realisiert.

Erstmalig erfasst eine Studie umfangreiche Daten zu Gewalt und Diskriminierung in unterschiedlichen Lebensbereichen, zu psychischer und physischer Gesundheit, Partnerschaft und Familie, sowie zur beruflichen Situation und zur Lebenssituation von Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen. Die Untersuchung besteht aus einer repräsentativen Befragung von 1.561 Frauen zwischen 16 bis 65 Jahren mit starken und dauerhaften Beeinträchtigungen und Behinderungen, sowohl in Haushalten als auch in Einrichtungen; außerdem umfasst die Studie eine nicht repräsentative Zusatzbefragung von 341 seh-, hör- und schwerstkörper- beziehungsweise mehrfachbehinderten Frauen; und eine ergänzende qualitative Befragung von 31 von Gewalt betroffenen Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen.

Mädchen und Frauen mit Behinderungen häufiger Opfer von Gewalt

Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen und Frauen mit Behinderungen in besonders hohem Ausmaß Opfer von Gewalt werden und darüber hinaus oft Diskriminierungen und struktureller Gewalt ausgesetzt sind. Mit dem international bedeutsamen Forschungsvorhaben wurde Wissen in einem weitgehend tabuisierten Bereich geschaffen und ein wichtiger Beitrag zur Gewaltforschung geleistet.

Die Erkenntnisse aus der Studie bilden die Basis, um wirksame Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung für Frauen mit Behinderungen zu ergreifen. Sie liefern einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Ein wichtiger Schritt zur Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen mit Behinderungen wurde bereits durch die Einrichtung des barrierefreien bundesweiten Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" des Bundesfamilienministeriums gemacht. Das niedrigschwellige Angebot steht kostenlos und rund um die Uhr zur Verfügung. Ein Zugang über Gebärdenübersetzung ist 15 Stunden täglich möglich.