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Mi 06.03.2013

Kristina Schröder: "Hilfetelefon kann für viele Frauen der erste Schritt in ein selbstbestimmteres Leben sein"

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat das bundesweit einmalige Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" am 6. März gestartet. Über die kostenlose Beratungsnummer - 08000 116 016 - können Frauen 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr kompetente Ansprechpartnerinnen erreichen, die ihnen bei allen Formen von Gewalt vertraulich und anonym zur Seite stehen. Auf Wunsch werden Hilfesuchende an entsprechende Unterstützungseinrichtungen vor Ort weitervermittelt.

 "Mit dem Hilfetelefon schaffen wir ein Angebot, bei dem gewaltbetroffene Frauen jeden Tag an 24 Stunden eine kompetente Ansprechpartnerin finden, mit der sie ihre ersten quälenden Fragen klären können", sagte Kristina Schröder. "Für viele Frauen kann das der erste Schritt auf dem Weg in ein selbstbestimmteres Leben sein."

Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden. Auf der Internetseite unter "www.hilfetelefon.de" sind zahlreiche Materialien für die Fach- und Öffentlichkeitsarbeit eingestellt, die von Organisationen aber auch von Bürgerinnen und Bürgern heruntergeladen oder bestellt werden können. Neben Flyern, Plakaten und anderen Materialien gibt es auch einen TV-Spot, der für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden kann.

"Gewalt gegen Frauen ereignet sich jeden Tag mitten unter uns und in vielen unterschiedlichen Formen. Nur rund 20 Prozent der betroffenen Frauen finden tatsächlich den Weg zu den zahlreichen qualifizierten Beratungs- und Unterstützungsangeboten", sagte Kristina Schröder. "Mit dem Hilfetelefon setzen wir ein klares Zeichen: Wir stehen den Frauen bei, die belästigt, bedroht, angegriffen oder verletzt wurden - und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit", so die Bundesfamilienministerin.

Netz an Unterstützung bei Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen gehört in Deutschland leider zum Alltag. 40 Prozent sind schon einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden. 25 Prozent haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Lebenspartner erlitten. 13 Prozent wurden Opfer von sexueller Gewalt. In Deutschland gibt es bereits ein dichtes Netz von Unterstützungseinrichtungen, dennoch erreichen diese Angebote bislang viele der von Gewalt betroffenen Frauen nicht. Als ortsunabhängige und bei Bedarf mehrsprachige 24-Stunden-Beratung schließt das neue Angebot die Lücke im Netzwerk der Unterstützungseinrichtungen.

Frauen finden mit dem Hilfetelefon leichter den Weg zu den ausdifferenzierten und qualifizierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen vor Ort. Auf "www.hilfetelefon.de" können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Über die Website gibt es auch einen Zugang zu einer Gebärdendolmetscherinnen.

Mit dem Hilfetelefon hat die Bundesregierung ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrages im Bereich Gewalt gegen Frauen umgesetzt. Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) angesiedelt. Das Bundesfamilienministerium überprüft die Wirksamkeit des Angebots des Hilfetelefons insbesondere im Rahmen einer umfassenden Evaluierung. Das BAFzA wird jährlich einen Sachstandsbericht zur Inanspruchnahme des Hilfetelefons und seinen Leistungen veröffentlichen.