Mi 25.04.2012
Für die 2. Phase des Modellprogramms "Perspektive Wiedereinstieg" stellt das Bundesfamilienministerium bis Ende 2013 weitere sieben Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Das Programm wird unter der Überschrift "Zeit für Wiedereinstieg" an zehn Modellstandorten weiterentwickelt. Neue Konzepte sollen Frauen den beruflichen Wiedereinstieg nach einer mehrjährigen familienbedingten Auszeit erleichtern.
Das ESF-Programm wird gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit fortgeführt. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, unterzeichneten am 25. April in Berlin eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.
"Die Erfahrung zeigt, dass Frauen nach einer längeren familienbedingten Erwerbsunterbrechung vor allem in Westdeutschland noch zu selten ein substanzieller Wiedereinstieg in den Beruf gelingt", sagte Kristina Schröder.
"Meistens ist es doch so: Erst muss man betteln, um auf Teilzeit reduzieren zu dürfen, dann muss man betteln, um wieder Vollzeit arbeiten zu dürfen. Wir brauchen deshalb mehr vollzeitnahe Tätigkeiten und einen Anspruch auf Wiederaufstockung in Vollzeit. Beides dient der eigenständigen Existenzsicherung und der Absicherung im Alter. Ich werde deshalb gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Frauen weiterhin und noch stärker dabei unterstützen, nach einer familiären Auszeit in ihren Beruf zurückzukehren."
Die zweite Phase des Modellprogramms setzt an diesen Punkten an:
Das ESF-Modellprogramm ist ein Baustein des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg". In der ersten Programmphase bis Februar 2012 wurden mehr als 8.000 Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger beraten. Rund 4.600 Kundinnen wurden durch die Projektträger begleitet und 71 Prozent der Teilnehmerinnen mit abgeschlossenem Projektverlauf in eine Beschäftigung oder weiterführende Qualifizierung integriert.
Die Konzepte, die sich in der Praxis besonders bewährt haben, wurden von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger finden die Angebote der Modellstandorte künftig bundesweit vor, wenn Kooperationspartner für die Finanzierung der ersten Orientierungsphase aufkommen.
Ein weiterer Baustein von Perspektive Wiedereinstieg ist das Lotsenportal www.perspektive-wiedereinstieg.de, das den Weg zu Betreuungsangeboten und Programmen zeigt. Mit dem Wiedereinstiegsrechner können Frauen den persönlichen wirtschaftlichen Vorteil eines Wiedereinstiegs in den Beruf nach einer längeren familienbedingten Erwerbsunterbrechung berechnen.