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Do 29.09.2011

Beirat Jungenpolitik

Vor dem Hintergrund sich wandelnder Rollenbilder in der Gesellschaft hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder den Beirat Jungenpolitik berufen. Der Beirat hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Lebensentwürfe von Jungen sowie die sich ändernden Männlichkeitsnormen und die Erwartungen an Jungen zu erforschen. Die Ergebnisse der Beiratsarbeit und die daraus entwickelten Empfehlungen werden im Frühjahr 2013 veröffentlicht.

Abschlussbericht des Beirats

Der Bericht wird neben der Auseinandersetzung mit Männlichkeitsnormen Empfehlungen enthalten, die in die Politik des Bundesfamilienministeriums einfließen und allen in der Jungenarbeit Tätigen neue Anregungen vermitteln sollen. Im Kern geht es darum, wie Jungen ihre Biografie gestalten wollen, mit welchen gesellschaftlichen Erwartungen sie sich konfrontiert sehen und wie sie Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern leben möchten.

Junge-Sein ist heute mit neuen Erwartungen und Aufgaben verbunden. Im Zuge des Übergangs von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft sind zahlreiche traditionelle Männerberufe und Männerarbeitsplätze weggefallen. Umso wichtiger ist es, dass auch Jungen ihr Berufswahlspektrum erweitern und sich mit ihren Neigungen und Talenten mehr als bislang in soziale Arbeitsfelder einbringen. 

Die begleitende Forschung beleuchtet aber auch, was gleichaltrige Mädchen über Geschlechterrollen denken und wie vorhandenen Geschlechterbildern sowie pauschalen Gegenüberstellungen und Stereotypen von Jungen und Mädchen entgegen gewirkt werden kann.

Mitglieder des Beirats

Der Beirat hat sich am 26. Mai 2011 konstituiert. Dieser besteht unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Michael Meuser aus 12 Mitgliedern: aus sechs unabhängigen Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung und Praxis zum Thema Jungen und Jungenarbeit sowie sechs jungen Männern als Experten in eigener Sache. Die Jugendlichen sollen dem Beirat ihre eigene Realität näher bringen und im Beratungsprozess die Bedürfnisse und Fragen männlicher Jugendlicher formulieren.

Die Arbeit des Beirats ist so konzipiert, dass er das Umfeld und den Alltag der Jungen direkt miterlebt. Um das zu ermöglichen, tagt er sechsmal bei den gastgebenden Jungen des Beirats. Fokus-Gruppen des Sinus-Instituts flankieren diese Vor-Ort-Begegnungen. Aus den sechs Fokusgruppen mit Jungen und Mädchen resultieren Erkenntnisse zu Rollenbildern, Partnerschaftskonzepten und vielen anderen Themen, die junge Leute interessieren. Die Ergebnisse der Diskussionen werden, begleitet von einer Aufarbeitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, Grundlage für die Empfehlungen des Beirats sein.


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