Di 24.07.2012
Kern des Stufenplans "Frauen und Männer in Führungspositionen" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist die Flexi-Quote - eine gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung von Unternehmen:
Die Flexi-Quote setzt als intelligente Quote auf Transparenz und marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Über öffentliche Rankings und die mediale Berichterstattung wird der Wettbewerb zwischen Unternehmen angeregt. Zudem werden Unternehmen ihre selbst gesetzte Quote vor der Belegschaft und dem Betriebsrat ebenso rechtfertigen müssen wie vor Nachwuchskräften und der Öffentlichkeit. Die Unternehmen werden also gezwungen sein, sich sehr genau anzuschauen, vor welche Hürden hochqualifizierte Frauen in ihrem Unternehmen gestellt sind. Damit setzt die Flexi-Quote an den Ursachen an, nicht nur an den Symptomen.
Die Flexi-Quote ist also keine starre Einheitsquote, die jedem Unternehmen ohne Rücksicht auf die tatsächlichen branchen- und unternehmensspezifischen Gegebenheiten den gleichen Anteil von Frauen in Führungspositionen vorschreibt. Sie ist aber auch keine unverbindliche Selbstverpflichtung, wie sie im Jahr 2001 zwischen der damaligen Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft geschlossen wurde. Sondern sie ist ein intelligentes Instrument zur nachhaltigen Durchsetzung von fairen Chancen für Frauen auf Führungspositionen.
Auf Einladung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und ihren Kabinettskolleginnen Ursula von der Leyen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie Rainer Brüderle trafen am 30. März 2011 Vorstandsmitglieder der Dax-30-Unternehmen in Berlin zum Spitzengespräch zusammen. Auf der Veranstaltung erklärten die Unternehmen, sie werden sich bis Ende 2011 eigene Zielquoten geben, deren zeitliche Umsetzung festlegen sowie regelmäßig über den Stand der Umsetzung berichten.
Um den Dialog über die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen fortzusetzen, trafen sich die Personalchefs der Dax-30-Unternehmen im Oktober 2011 erneut mit Kristina Schröder und den Kabinettskolleginnen. Sie stellten den Regierungsmitgliedern die Liste ihrer unternehmensspezifischen Zielmarken vor, mit der sie die Selbstverpflichtung vom Vorstandsgipfel im März 2011 einlösen. In allen Unternehmen liegt die Zielmarke über zehn Prozent. Fortschritte sollen jährlich, erstmals im Sommer 2012, veröffentlicht werden.
Der Stufenplan der Bundesregierung umfasst ein Bündel weiterer Maßnahmen, um die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und in Führungspositionen zu schaffen. Ansatzpunkte sind hier unter anderem die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine Veränderung der Unternehmenskultur insbesondere durch flexible Arbeitszeiten und die Überwindung weiterer Barrieren für die mangelnde Präsenz von Frauen in Führungspositionen: