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Fr 03.06.2011

Bundesfamilienministerium fördert Modellprojekt "Homosexualität und Familie"

Die Homosexualität eines Familienmitgliedes kann das gesamte familiäre Umfeld vor neue Herausforderungen stellen. Bei deren Bewältigung sind Familienberatungsstellen wichtige Anlaufstellen. Das Bundesfamilienministerium fördert ab dem 1. Juli das bundesweite Modellprojekt "Homosexualität und Familien - Eine Herausforderung für familienbezogenes Fachpersonal" des Familien- und Sozialvereins des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland e.V. (LSVD) Berlin.

Erfahrungen der LSVD-Beratungsarbeit zeigen, dass Homosexualität für drei familiäre Konstellationen besondere Herausforderungen mit sich bringen kann:

  • in Migrationsfamilien,
  • in Familien mit einem späten Coming-Out eines Elternteils und
  • aus der Perspektive von heterosexuellen Großeltern in Familien, in denen gleichgeschlechtliche Elternpaare oder alleinstehende lesbische Mütter oder schwule Väter Verantwortung für die Erziehung und das Wohlergehen von Kindern haben (Regenbogenfamilien).

Während es für Homosexuelle eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten in Form von Beratung, Literatur und Selbsthilfestrukturen gibt, fällt es ihren heterosexuellen Familienmitgliedern oft schwer, kompetente Unterstützung zu finden. Angebote schwul-lesbischer Träger gelten bei ihnen meist als nicht ausreichend neutral.

Das Bundesfamilienministerium möchte mit dem auf drei angelegten bundesweiten Projekt "Homosexualität und Familien" eine Lücke schließen, damit auch Familienangehörige von Homosexuellen Rat und Hilfe erhalten können. Die Projektziele sind:

  • Sensibler Umgang mit Homosexualität in der Familienförderung,- bildung- und -beratung
  • Sensibilisierung von Fachleuten in Familienberatungsstellen für die Herausforderungen, die Homosexualität für Familien mit sich bringt
  • Ausbildung und Stärkung der Schlüsselkompetenz „Umgang mit Vielfalt“ beim entsprechenden Fachpersonal
  • Stärkung von Familien und des familiären Zusammenhaltes