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Fragen und Antworten zum Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes

Stand: 02.01.10

 

Empirische Daten zu Prostitution in Deutschland

Zur Anzahl der Prostituierten in Deutschland gibt es keine zuverlässigen Angaben aus einer Statistik oder auf wissenschaftlicher Grundlage. Eine häufig zitierte Schätzung, die auf die Berliner Prostituiertenberatungsstelle Hydra e.V. zurückgeht, geht von bis zu 400.000 Prostituierten in Deutschland aus. Andere Schätzungen oder Hochrechnungen gehen von niedrigeren Zahlen aus.

Die Angaben werden auch dadurch erschwert, dass viele Frauen dieser Tätigkeit nur nebenbei, gelegentlich oder für einen kurzen Lebensabschnitt nachgehen.

Der Anteil der Migrantinnen in der Prostitution wird unterschiedlich eingeschätzt und variiert regional. Fachberatungsstellen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Prostituierten ausländischer Herkunft ist. Die meisten von ihnen stammen aus Osteuropa. Von ihnen hat ein großer Anteil keinen legalen Aufenthaltstitel, der zur Ausübung der Prostitution berechtigt.

Ob sich der Anteil der Migrantinnen in der Prostitution, wie häufiger behauptet wird, insgesamt erhöht hat, lässt sich letztlich nicht zuverlässig beurteilen. Die wissenschaftlichen Gutachten zum Prostitutionsgesetz enthalten hierzu keine Aussagen. Aufgabe der Gutachten war es, die Auswirkungen des Gesetzes auf die Praxis zu evaluieren, nicht eine Beschreibung der Prostitution an sich vorzunehmen oder Daten über das Ausmaß der Prostitution in Deutschland zu sammeln.