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Di 26.01.2016

Studie bestärkt Wichtigkeit des Ehrenamts

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten und unterstützen die Hauptamtlichen bei ihrer Arbeit. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie "Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur", die das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hat und deren Ergebnisse am 26. Januar während einer Tagung mit dem Schwerpunkt Flüchtlingshilfe vorgestellt wurden.

Mit Ehrenamt und Hauptamt treffen zwei Arbeitsformen mit unterschiedlichen Ressourcen und Herangehensweisen aufeinander. Diese können sich gegenseitig unterstützen, ergänzen und bereichern. Die Studie macht klar: Insbesondere das Ehrenamt muss gefördert werden. In vielen hauptamtlich geführten Einrichtungen sorgt ehrenamtliches Engagement dafür, dass die Angebote reichhaltiger und die Beziehungen persönlicher werden. Damit kann der Zeitdruck, unter dem das hauptamtliche Personal vielfach steht, ein stückweit kompensiert werden.

Handlungsleitfaden zeigt Lösungsansätze und Beispiele guter Praxis

Von 2012 bis 2015 erhob die INBAS-Sozialforschung GmbH erstmals repräsentative Daten in diesem Gebiet. Ziel der Studie war es, Erfolgsbedingungen in der Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen zu untersuchen. Mit der Herausgabe eines Handlungsleitfadens werden nun Lösungsansätze, Beispiele guter Praxis und Strategien für die Bewältigung schwieriger Situationen in der Praxis bereitgestellt.

Für die Studie wurden mehr als 3000 Haupt- und Ehrenamtliche in der stationären Pflege, in Mehrspartenvereinen des Sports und in Bibliotheken und Museen befragt. Besonders wichtig sind den Ehrenamtlichen die Teilhabe- und Gestaltungsmöglichkeiten, da diese für ihre persönliche Entfaltung einen hohen Stellenwert haben. Schwierigkeiten bestehen häufig noch im Informationsfluss.

Für die Zukunft spielen somit weniger die Probleme in der Kooperation eine tragende Rolle, sondern die Gewinnung von hauptamtlich getragenen Organisationen für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und somit die bessere Öffnung der Institutionen für das freiwillige Engagement.

Tagung mit Schwerpunkt Flüchtlingshilfe

Die vom Bundesfamilienministerium organisierte Tagung fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt, geladen waren Haupt- und Ehrenamtliche aus ganz Deutschland. Nach einer Eröffnung durch Dr. Heiko Geue, Leiter der Zentralabteilung und Engagementpolitik im Bundesfamilienministerium, und der Vorstellung zentraler Ergebnisse durch den Geschäftsführer der INBAS-Sozialforschung, Dr. Jürgen Schumacher, wurde die Thematik zusammen mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Pflege, Sport und Kultur diskutiert. Im Vordergrund der Diskussion standen in Anlehnung an die Studie spezifische Anforderungen an die kommunale Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe vor Ort.