Mi 22.08.2012
Am 22. August hat das Bundeskabinett den Ersten Engagementbericht "Für eine Kultur der Mitverantwortung" beschlossen und dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Schwerpunkt des Engagementberichts ist das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen.
"Der Engagementbericht betont die Bedeutung und den Wert des bürgerschaftlichen Engagements für eine moderne Gesellschaft und ihre Wandlungsprozesse", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder anlässlich der Kabinettsbefassung des Berichts. "Bürgerschaftliches Engagement ist kein 'weiches' Thema sondern gehört zum harten Kern einer zeitgemäßen Gesellschaftspolitik".
Eine Kultur der Mitverantwortung könne nur in einem ausgewogenen Miteinander von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingen, so Kristina Schröder. "Deshalb müssen wir einen breit angelegten Diskurs über Bedeutung, Bedingungen und Herausforderungen der Zivilgesellschaft führen", erklärte die Bundesfamilienministerin.
Bürgerschaftliches Engagement hat in Deutschland insgesamt eine hohe Stabilität (Quote 36 Prozent)
Die beliebtesten Engagementfelder bei den über 14-Jährigen sind Sport und Bewegung, Schule, Kindergarten und Kirche oder Religion
Sozial- und Bildungsstatus spielen bei der Engagementtätigkeit eine entscheidende Rolle: Insbesondere beruflich und familiär stark eingebundene Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für die Gesellschaft
Im Engagementbericht wird ein innovativer Analyseansatz verfolgt, da das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmen aus ökonomischer Sicht untersucht wird. Der Bericht zeigt die Logik und Mechanismen der Wirtschaft auf, denen Unternehmen in ihrem Engagement unterworfen sind, und bringt dadurch neue Erkenntnisse für eine zielgenaue Kooperation und Förderung. Der Bericht thematisiert nicht nur die Chancen des Engagements, sondern auch dessen Grenzen. Die Ergebnisse des Berichts sollen Diskussionen über die erforderlichen Weichenstellung in der Entwicklung einer nachhaltigen Engagementpolitik anregen.
"Wir sehen uns durch den Ersten Engagementbericht bestätigt: Neben Staat und Zivilgesellschaft spielen die Unternehmen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen eine herausragende Rolle. Deshalb werden wir die Empfehlung der Kommission aufgreifen, die Unternehmen durch Anlaufstellen im Rahmen unserer strategischen Partnerschaften mit der Wirtschaft zu unterstützen", erklärte Bundesministerin Kristina Schröder.
In ihrer Stellungnahme legt die Bundesregierung die zentralen Schwerpunkte der Engagementpolitk im Rahmen der Nationalen Engagementstrategie dar:
Der Erste Engagementbericht der Bundesregierung mit mehr als 1.300 Seiten wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages vom 19. März 2009 von einer dafür berufenen Kommission aus neun Sachverständigen der Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erstellt. Weitere Engagementberichte sollen in jeder Legislaturperiode mit einem jeweils neuen Schwerpunktthema folgen.