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Do 29.03.2012

Alleinerziehende stärker fördern

19 Prozent aller Familien in Deutschland sind Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil. Insgesamt leben mehr als zwei Millionen Kinder unter 18 Jahren in alleinerziehenden Familien. Alleinerziehende machen also einen wesentlichen Bestandteil der Familien in Deutschland aus.
Die Erwerbstätigenquote der Alleinerziehenden ist hoch: 66 Prozent sind aktiv erwerbstätig, das heißt sie sind nicht in Mutterschutz oder Elternzeit. Auch Alleinerziehende, die nicht erwerbstätig sind, würden zu einem großen Teil gerne arbeiten, haben aber in der Regel größere Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt für die meisten Alleinerziehenden eine beträchtliche Herausforderung dar. Sie sind aber mit deutlich höheren Anforderungen an die Organisation des Alltags, der Haushaltsführung, Kindererziehung und Sicherung des finanziellen Einkommens konfrontiert und deshalb auf ein engmaschiges Netz der Unterstützung angewiesen.

Die Studie "Lebenswelten und -wirklichkeiten von Alleinerziehenden", vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben, zeichnet zum ersten Mal ein differenziertes Bild von Alleinerziehenden und räumt mit gängigen Vorurteilen auf: Viele alleinerziehende Mütter sehen ihre Lebenssituation überwiegend positiv, verfügen über ein hohes Selbstvertrauen und haben verschiedene Strategien, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.

Projekt "Vereinbarkeit für Alleinerziehende"

Das Bundesfamilienministerium hat im Jahr 2009/2010 das Projekt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende" durchgeführt, das die Vernetzung von lokalen Akteuren zur Unterstützung Alleinerziehender zum Ziel hatte. Die Standorte haben Produkte wie Wegweiser, Bedarfserhebungen, auf die Bedarfe von Alleinerziehenden abgestimmte Angebote und Anlaufstellen entwickelt. Zentrale Ergebnisse sind in dem Online-Handbuch "Unterstützungsnetzwerke für Alleinerziehende" zusammengefasst. Das Projekt war Teil der kooperativen Partnerschaft "Gute Arbeit für Alleinerziehende" mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Mehr Leistungen, mehr Betreuungsangebote

Im Rahmen einer nachhaltigen Familienpolitik sind bereits wichtige Schritte erfolgt, um die materiellen Leistungen für Alleinerziehende und ihre Kinder zu verbessern. Die Erhöhung und frühere Staffelung des Kindergeldes, die Einführung des Elterngeldes und die Leistungen für Bildung und Teilhabe auch für Kinderzuschlag- und Wohngeldbezieher sowie der weiterentwickelte Kinderzuschlag kommen wesentlich auch Alleinerziehenden zugute. Gemeinsam mit einer Erhöhung des Wohngelds werden mehr Familien unabhängig von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe sein.

Mit dem Ende 2008 in Kraft getretenen Kinderförderungsgesetz (KiföG) wird zudem der Ausbau der Kinderbetreuung vor allem für Kinder unter drei Jahren weiter vorangetrieben. Davon werden insbesondere auch Alleinerziehende profitieren.

Das Service-Portal des Bundesfamilienministeriums Familien-Wegweiser liefert einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Informationen zu Leistungen und Ansprechpartnern auch für Alleinerziehende.


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