Do 14.07.2011
Innovationsfaktor Familienfreundlichkeit: Zentrale Studien und Gutachten
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen bringen gleichermaßen gesellschaftliche und ökonomische Vorteile. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels erkennt eine wachsende Zahl von Unternehmen, dass sie selbst profitieren, wenn sie ihren Beschäftigen eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Diverse Studien, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erarbeitet wurden, geben darüber Auskunft.
Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit (2010):
Die repräsentative Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gibt zum dritten Mal nach 2003 und 2006 Auskunft zum Stand der Familienfreundlichkeit in deutschen Unternehmen und zeigt die Entwicklung der letzten sechs Jahre auf. Ergebnis: Die Wertschätzung des Themas bei Unternehmensleitungen hat trotz der Wirtschaftskrise weiter zugenommen. Insbesondere in den Bereichen Arbeitszeitflexibilisierung und Telearbeit, Angebote für Beschäftigte in Elternzeit und Organisation der Pflege von älteren Angehörigen engagieren sich die Unternehmen deutlich stärker als früher.
Europäischer Unternehmensmonitor (2010):
Die Unternehmensbefragung liefert erstmalig international vergleichbare Ergebnisse aus mehr als 5.000 europäischen Unternehmen. Mehr als acht von zehn europäischen Unternehmen betrachten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als wichtig oder eher wichtig für sich und ihre Beschäftigten. Familienfreundliche Personalpolitik dient auch in anderen europäischen Ländern in erster Linie dazu, die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber zu erhöhen und wird als wirksames Instrument gesehen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Wachstumseffekte einer bevölkerungsorientierten Familienpolitik (2006):
Die Expertise des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegt auf Basis eines Wachstumsmodells des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass es durch gezielte familienpolitische Maßnahmen gelingen kann, das Wirtschaftswachstum in Deutschland zu steigern.
Familienorientierte Arbeitszeitmuster - Neue Wege zu Wachstum und Beschäftigung (2005):
Familienfreundliche Arbeitszeiten haben nicht nur positive Effekte auf betriebswirtschaftlicher Ebene der Unternehmen, sondern auch auf volkswirtschaftlicher Ebene. So können Arbeitszeitmuster, die sich stärker an den Zeitpräferenzen von Eltern orientieren, gleichermaßen die Erwerbsquoten und damit das Wachstumspotenzial erhöhen sowie auch die Geburtenrate positiv beeinflussen. Dies belegt Prof. Dr. Bert Rürup in seinem Gutachten.
Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen (2005):
Der betriebswirtschaftliche Nutzen familienfreundlicher Maßnahmen liegt bei kleinen und mittleren Unternehmen bei einer Rendite von 25 Prozent. Dies belegt eine Studie der Prognos AG. Auf der Grundlage der Controllingdaten von zehn beispielhaften Unternehmen wurden die Wirkungen von familienfreundlichen Maßnahmen untersucht. Ergebnis: Die Einsparpotenziale aufgrund niedrigerer Überbrückungs-, Fluktuations- und Wiedereingliederungskosten bewegen sich für kleine und mittlere Unternehmen in einer Größenordung von mehreren 100.000 Euro.
Ausgewählte Publikationen zum Thema
- Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010
- Europäischer Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit
- Wachstumseffekte einer bevölkerungsorientierten Familienpolitik
- Familienorientierte Arbeitszeitmuster - Neue Wege zu Wachstum und Beschäftigung
- Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen
