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Mo 11.01.2016

Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Migrationshintergrund

Nahezu jede vierte Familie in Deutschland hat mindestens ein Familienmitglied, das aus einem anderen Land stammt oder eine andere Staatsangehörigkeit besitzt. 35 Prozent der Kinder unter fünf Jahren haben einen Migrationshintergrund – Tendenz steigend.

Die Familienpolitik des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist darauf ausgerichtet, Migrantinnen und Migranten bei ihrer Integration zu unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Frauen und Müttern in den Arbeitsmarkt.

Noch immer sind Familien mit Migrationshintergrund besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und von Transferleistungen abhängig. Die Abhängigkeit von Transferleistungen reduziert sich deutlich, wenn die Mütter erwerbstätig sind. Zudem ist belegt, dass die Berufstätigkeit und eine weitgehende gesellschaftliche Integration von Müttern aus Zuwanderungsfamilien einen positiven Effekt auf die Integration der gesamten Familie und insbesondere der Kinder hat. An dieser Stelle setzt das Programm "Stark im Beruf" an.

Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein

Mit dem Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" verfolgen das Bundesfamilienministerium und der Europäische Sozialfonds das Ziel, den Erwerbseinstieg für Mütter mit Zuwanderungsgeschichte zu erleichtern und den Zugang zu vorhandenen Angeboten zur Arbeitsmarktintegration zu verbessern.

Befragungen des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung zeigen, dass auch Migrantinnen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als sehr wichtig einschätzen. Knapp die Hälfte der in Deutschland lebenden Mütter mit Zuwanderungsgeschichte ist nicht berufstätig, aber rund 65 Prozent dieser Mütter möchten es gerne sein. 29 Prozent der Mütter besitzen ein (Fach-)Abitur und 54 Prozent können eine abgeschlossene Lehre oder einen höheren Berufsabschluss vorweisen. Zudem bringen sie mit ihren interkulturellen Kompetenzen und ihren Sprachkenntnissen Fähigkeiten mit, die auf dem Arbeitsmarkt angesichts der fortschreitenden Globalisierung gefragt sind.

Im Rahmen von "Stark im Beruf“ sind rund 90 Projektstandorte bundesweit aktiv. Sie werden über einen Zeitraum von vier Jahren mit bis zu 50.000 Euro pro Jahr gefördert.

Die Projekte sollen dazu beitragen, bessere Zugangsmöglichkeiten zu bestehenden Angeboten der Arbeitsmarktintegration zu schaffen und den Müttern individuelle Wege zum Einstieg in die Erwerbstätigkeit aufzuzeigen. Die Teilnehmerinnen erhalten Beratungs- und Informationsangebote zu allen arbeitsmarktrelevanten Fragen; Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Begleitung des (Wieder-)Einstiegs - von der beruflichen Orientierung über den Beginn eines Praktikums oder einer Ausbildung bis zur ersten Phase einer Beschäftigung.

Die Projekte fördern durch individuelle Begleitung ("Coaching" / "Mentoring") die Erwerbsorientierung der Mütter und führen sie an Instrumente der Arbeitsförderung, der Kompetenzfeststellung und der Qualifizierung und somit an den Arbeitsmarkt heran. In "Stark im Beruf" ist eine strategische Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit verankert. Jeder Projektträger arbeitet eng mit Arbeitsagentur oder Jobcenter vor Ort zusammen.


© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend