Di 12.07.2011
Zuwanderungsfamilien
Migranten prägen das Familienleben in Deutschland mit und tragen zu seiner Vielfalt bei: Nahezu jede vierte Familie hat mindestens ein Familienmitglied, das aus einem anderen Land stammt oder eine andere Staatsangehörigkeit besitzt. 34 Prozent der Kinder unter fünf Jahren haben einen Migrationshintergrund.
Die Familienpolitik des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist darauf ausgerichtet, Migrantenfamilien bei ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft zu stärken. Erwachsenen und Kindern soll eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung, Förderung und Entwicklung möglich sein. Dabei spielen vor allem die frühkindliche Bildung, gute Sprachkenntnisse und eine gelungene Eingliederung in das Erwerbsleben eine entscheidende Rolle.
Deshalb profitieren insbesondere Kinder von Migrantinnen und Migranten von dem Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige: Sie erhalten die Chance, schon früh die deutsche Sprache zu erlernen und von Bildungsangeboten zu profitieren. Eine verbesserte Sprachkompetenz und die Angebote früher Förderung tragen dazu bei, die bestehenden Unterschiede im Bildungsniveau zwischen deutschen Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund effizient zu verringern.
Politik für Migrantinnen
Demoskopische Befunde zeigen, dass Migrantinnen in besonderem Maße Vorteile aus einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf ziehen würden: Mehr als die Hälfte der Mütter mit eigenem Migrationshintergrund (58 Prozent) bezeichnen sich selbst als erwerbsorientiert, das heißt sie sind bereits erwerbstätig oder wünschen sich dies.
Darüber hinaus sind Familienhaushalte mit Migrationshintergrund immer noch doppelt so häufig vom Armutsrisiko betroffen als Familien ohne Migrationshintergrund. Deshalb steigert die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Müttern gleichzeitig die Chancen einer dauerhaften Armutsprävention.
