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Di 09.07.2013

Unternehmensmonitor 2013 belegt Familienfreundlichkeit in Unternehmen

Vier von fünf Unternehmen messen dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine gleichbleibend hohe Bedeutung zu. Knapp vier von zehn Unternehmen erwarten, dass die Bedeutung in den nächsten fünf Jahren noch steigen wird. Insgesamt stabilisiert sich das betriebliche Engagement auf hohem Niveau. Der Trend zeigt in Richtung individuelle Arbeitszeitmodelle, bei denen die Beschäftigten die Ausgestaltung der Arbeitszeiten mitgestalten können. Dies sind die zentralen Ergebnisse des "Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2013", den das Bundesfamilienministerium am 9. Juli veröffentlicht hat.

"Ich freue mich, dass das Thema Familienfreundlichkeit in vielen Unternehmen mittlerweile fest verankert ist", sagte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, zu den Ergebnissen. "Die Arbeitgeber wissen: Ohne Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird es schwierig, junge Fachkräfte für den Betrieb zu gewinnen und zu halten. Mit unserem Unternehmensprogramm 'Erfolgsfaktor Familie' und dem zugehörigen Netzwerk mit mehr als 4.700 Mitgliedern helfen wir Unternehmen bei der Umsetzung einer familienbewussten Personalpolitik." 

Individuelle Arbeitszeitmodelle für mehr Familienfreundlichkeit

Die betrieblichen Anforderungen stecken den Rahmen für die konkrete Lage der individuellen Arbeitszeiten ab. Gleichwohl sind in zwei von drei Unternehmen die Mitgestaltungsmöglichkeiten der Beschäftigten bei der Festlegung, wann und wie lange tatsächlich gearbeitet wird, eher groß. Um Beschäftigten mit Kindern oder pflegebedürftigen Eltern entgegen zu kommen, setzen die meisten Unternehmen weiterhin vor allem auf variable Arbeitszeitmodelle. In drei Viertel der Unternehmen können die Beschäftigten ihr Arbeitszeitmodell individuell aushandeln, in gut jedem zweiten gilt zumindest für Teile der Belegschaft Vertrauensarbeitszeit.

Bei der Festlegung der konkreten Arbeitszeit jedoch besteht bei den Unternehmen noch Potenzial, den Beschäftigten mehr Planbarkeit zu ermöglichen. Der Wunsch nach einer Verkürzung oder einer Verlängerung der Arbeitszeit wird in rund zwei Drittel der Fälle von den Unternehmen zügig umgesetzt.

Die Verbreitung von Paten-, Weiterbildungs- und Einarbeitungsmaßnahmen während und nach Rückkehr aus der Elternzeit ist dagegen gegenüber dem letzten Unternehmensmonitor zurückgegangen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass bei kürzeren Elternzeiten diese speziellen Fördermaßnahmen weniger dringlich sind.

Kinder- und Angehörigenbetreuung

Die Förderung von berufstätigen Eltern rund um eine Elternzeit ist fast überall an der Tagesordnung. So werden ihre Belange in 78 Prozent der Betriebe bei der Organisation der Arbeitsabläufe berücksichtigt. In fast zwei Dritteln der Unternehmen kann die berufliche Laufbahn durch eine Teilzeitbeschäftigung auch während der Elternzeit fortgesetzt werden. Bei der Kinder- und Angehörigenbetreuung gewinnt zudem das Thema Pflege an Gewicht: Mittlerweile unterstützen vier von zehn Unternehmen ihre Mitarbeiter bei der Pflege von Angehörigen durch Freistellungen oder Familienpflegezeitmodelle.

Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit

Der "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit" wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums nach 2003, 2006 und 2010 bereits zum vierten Mal vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln durchgeführt. An der repräsentativen Befragung nahmen im Sommer 2012 1.556 Unternehmen teil.