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Mi 27.08.2014

Zur Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen

Im Herbst 2009 ist die bereits im Jahr 2008 beschlossene Gesamtevaluation von zentralen ehe- und familienbezogenen Leistungen gemeinsam mit dem Bundesministerium der Finanzen gestartet worden. Die Gesamtevaluation war als vierjähriges Forschungsprogramm angelegt. Der Abschlussbericht wurde am 27. August 2014 von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgestellt. Die Gesamtevaluation untersuchte das Zusammenwirken ehe- und familienbezogener Leistungen bezogen auf vier familienpolitische Ziele:

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • Förderung und Wohlergehen von Kindern,
  • Wirtschaftliche Stabilität von Familien und Nachteilsausgleich,
  • Erfüllung von Kinderwünschen.

Zentrale Erkenntnis: Ohne Vereinbarkeit geht es nicht

Die Evaluation zeigt, dass eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch die Erreichung der anderen genannten familienpolitischen Ziele fördert. Eine gelungene Vereinbarkeit ist der Dreh- und Angelpunkt einer wirksamen Familienpolitik. Zu den Leistungen mit den besten Wirkungen gehören die subventionierte Kinderbetreuung und das Elterngeld. Ohne die öffentlichen Gelder, die in die Kinderbetreuung fließen, wären 100.000 Mütter mit Kindern zwischen einem und drei Jahren nicht erwerbstätig.

Zahlreiche Leistungen im Blick der Wissenschaft

Für die Gesamtevaluation wurden folgende zentrale ehe- und familienbezogenen Leistungen betrachtet: Kindergeld und Kinderfreibetrag, Elterngeld, höheres Arbeitslosengeld für Arbeitslose mit Kindern, Sozialgeld für Kinder, Kinderzuschlag, Wohngeld für Haushalte mit Kindern, beitragsfreie Mitversicherung des Ehepartners in der gesetzlichen Krankenversicherung, relativ ermäßigter Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung für Eltern mit Kindern im Vergleich zu Kinderlosen, Ehegattensplitting, steuerlicher Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten, Kinderbetreuung, Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende. Zusätzlich wurden die ehe- und familienbezogenen Leistungen in der Alterssicherung untersucht, dies sind die Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung, die Hinterbliebenenversorgung und das Rentensplitting sowie die Kinderzulage bei der Riester-Rente.

Durch die Gesamtevaluation wurden erstmals dauerhaft und wissenschaftlich breit nutzbare Datenbestände für die Familienforschung generiert. Die einzelnen wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden regelmäßig vorab veröffentlicht. Der Modulplan mit den verschiedenen Fragestellungen der 12 Studien ist unter den Anlagen zu finden.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studien sollen die Grundlage für die Weiterentwicklung der Familienleistungen bilden. Sie werden helfen, die Familienleistungen entlang der Bedarfe und Wünsche der Familien auf der Höhe der Zeit zu halten.

Die Evaluierung wurde von einer Geschäftsstelle bei der prognos AG durchgeführt und begleitet, die Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Bearbeitung verschiedener Module beauftragt hat.

Alle Studien veröffentlicht

Dies sind:

  • Schnittstellen im Sozial-, Steuer- und Unterhaltsrecht
  • Staatliche Leistungen aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger: Kenntnis, Nutzung und Bewertung (Akzeptanzanalyse I)
  • Nutzung und Bewertung staatlicher Leistungen für die Betreuung und Förderung von Kindern sowie für die Altersvorsorge von Familien (Akzeptanzanalyse II)
  • Kinderbetreuung
  • Wohlergehen von Kindern
  • Förderung und Wohlergehen von Kindern
  • Geburten und Kinderwünsche in Deutschland - Bestandsaufnahme, Einflussfaktoren und Datenquellen
  • Kindergeld
  • Evaluation zentraler ehe- und familienbezogener Leistungen in Deutschland
  • Mikrosimulation ausgewählter ehe‐ und familienbezogener Leistungen im Lebenszyklus
  • Familien in der Alterssicherung
  • Wirkung der Leistungen auf die Erfüllung von Kinderwünschen

Allgemeine Informationen zu den familienbezogenen Leistungen enthält der Internettext "Ehe- und familienbezogenen Leistungen insgesamt". Dort findet sich auch eine Auflistung der ehe- und familienbezogenen Leistungen. Zudem enthält der aktuelle Familienreport zusammengefasste Informationen zu Leistungen, Wirkungen und Trends.