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Di 04.01.2011

Anspruchsvoraussetzungen und Höhe des Elterngeldes

Stand: 1. Januar 2011

Das Elterngeld ist eine Familienleistung für alle Eltern, die ihr Kind in den ersten 14 Lebensmonaten vorrangig selbst betreuen wollen und deshalb nicht voll erwerbstätig sind. Elterngeld gibt es für alle Eltern, die vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Beamtinnen und Beamte, Selbstständige etc.).

Aber auch Eltern ohne Erwerbseinkommen vor der Geburt ihres Kindes (etwa Hausfrauen, Arbeitslose, Studierende), die ihr Kind selbst betreuen und nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten, bekommen den einkommensunabhängigen Mindestbetrag des Elterngeldes von 300 Euro. Zur Anrechnung des Elterngeldes beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag informieren die einzelnen Fragen weiter unten.

Elterngeldberechtigt sind nicht nur die leiblichen Eltern, sondern auch Adoptiveltern und in Ausnahmefällen auch Verwandte bis zum dritten Grad, die Zeit für die Betreuung des neugeborenen Kindes investieren.

Das Elterngeld ersetzt das entfallende Nettoeinkommen des betreuenden Elternteils: Nettoeinkommen vor der Geburt von 1.240 Euro und mehr werden zu 65 Prozent ersetzt, Nettoeinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro zu 67 Prozent. Für Einkommen von weniger als 1.000 Euro steigt die Ersatzrate schrittweise bis auf 100 Prozent: je geringer das Einkommen, desto höher die Ersatzrate. Das Elterngeld beträgt absolut mindestens 300 Euro und höchstens 1800 Euro.

 

Wie ermittelt man das Elterngeld?

Das Elterngeld orientiert sich vor allem am tatsächlich verfügbaren Erwerbseinkommen vor der Geburt des Kindes. Maßgeblich ist der Durchschnittsbetrag aus dem individuellen Erwerbseinkommen der Antragstellenden der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes. Einmalzahlungen (zum Beispiel Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, einmalige Leistungsprämien) werden bei der Einkommensermittlung nicht berücksichtigt. Denn insbesondere bei einer Erwerbstätigkeit nach der Geburt beruht es auf Zufall, ob eine solche Einmalzahlung während des Elterngeldbezuges anfällt und dann das Elterngeld mindert.

Von dem Bruttoeinkommen sind bei nichtselbständiger Arbeit zunächst Lohnsteuer und Sozialabgaben abzuziehen, wie sie sich aus der jeweiligen Lohn- oder Gehaltsbescheinigung ergeben. Darüber hinaus wird für die Werbungskosten ein Betrag von 83,33 Euro abgezogen. Denn es ist anzunehmen, dass jemand, der vorübergehend aus dem Beruf aussteigt, diese erwerbsbedingten Aufwendungen in dieser Zeit nicht hat. Der konkrete Abzugsbetrag entspricht einem Zwölftel des im Rahmen der Steuer berücksichtigten Arbeitnehmer-Pauschbetrages für Werbungskosten von 1.000 Euro.

Auf dieses nach diesen Abzügen errechnete "bereinigte Nettoerwerbseinkommen" wird die jeweilige Ersatzrate von 65 bzw. 67 Prozent bzw. bei Geringverdienern bis zu 100 Prozent angewendet und damit das Elterngeld ermittelt.

Mit dem relativ langen Bemessungszeitraum von zwölf Kalendermonaten ist sichergestellt, dass auch befristet Beschäftigte und Selbstständige mit unregelmäßiger Auftragslage angemessen berücksichtigt werden.

Bei der Bestimmung der zwölf Kalendermonate werden Monate mit Bezug von Mutterschaftsgeld oder Elterngeld, Monate, in denen aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung oder infolge von Wehrdienst oder Zivildienst das Einkommen gesunken ist, nicht mitgezählt. In diesen Monaten ist das für die Höhe des Elterngelds maßgebliche Einkommen aus Gründen, die unmittelbar mit der Geburt und Betreuung von Kindern zusammenhängen, geringer. Würden sie berücksichtigt, würde das Elterngeld sinken.

Das Elterngeld orientiert sich am individuellen Einkommen und nicht am Familieneinkommen. Paaren wird es so erleichtert, zumindest in einem überschaubaren Zeitraum auch auf das höhere Einkommen zu verzichten.