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Mi 18.07.2007
Bundeskabinett beschließt Zukunft der Freiwilligendienste
Heute hat das Bundeskabinett die "Zukunft der Freiwilligendienste - Ausbau der Jugendfreiwilligendienste und der generationsübergreifenden Freiwilligendienste als zivilgesellschaftlicher Generationenvertrag für Deutschland" beschlossen. Die Bundesregierung bekräftigt darin den besonderen Stellenwert der Freiwilligendienste für die einzelnen Engagierten und für die Gesellschaft und zeigt die geplanten Entwicklungslinien auf.
So soll das besondere Potenzial der Freiwilligendienste als informelle Lerndienste und Orte des Engagements sichtbar gemacht und qualitativ ausgebaut werden. Ressourcenbündelung im Bereich der Engagementförderung und der Freiwilligendienste ab 2008 stellen einen strukturellen Schritt bei der Stärkung der Zivilgesellschaft dar. Die Bundesregierung wird auch den erforderlichen gesetzgeberischen Handlungsbedarf prüfen, um Freiwilligendienste und Engagierte zu unterstützen.
Freiwilligendienste als besondere Form bürgerschaftlichen Engagements stehen wegen ihrer mehrfachen Bedeutung zunehmend im Fokus der politischen und fachlichen Aufmerksamkeit. Sie sind Lernorte für bürgerschaftliches Engagement, denn viele ehemalige Freiwillige bleiben engagiert. Für die Stärkung der Zivilgesellschaft sind sie wichtige Multiplikatoren. Zugleich sind Freiwilligendienste Orte informeller Bildung. Neben beruflicher Orientierung und Arbeitserfahrung erwerben die Freiwilligen wichtige persönliche und soziale Kompetenzen, die als Schlüsselkompetenzen am Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.
Maßnahmen der Bundesregierung
Durch den Beschluss "Zukunft der Freiwilligendienste - Ausbau der Jugendfreiwilligendienste und der generationsübergreifenden Freiwilligendienste als zivilgesellschaftlicher Generationenvertrag für Deutschland" trägt die Bundesregierung dieser Entwicklung Rechnung.
Ausbau der "klassischen" Jugendfreiwilligendienste FSJ und FÖJ
Mit dem ab Herbst 2007 startenden mehrjährigen Programm "Freiwilligendienste machen kompetent" wird der Focus auf den Kompetenzerwerb benachteiligter Jugendlicher gelegt, um deren Chancen für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erhöhen. Jährlich stehen dafür zwei Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Kinder- und Jugendplan zur Verfügung.
Die Einsatzfelder im FSJ sollen neben dem "klassisch" sozialen Bereich, dem Sport, der Kultur und der Denkmalpflege in weiteren Bereichen ausgebaut werden. Dazu gehören die Mehrgenerationenhäuser und die Kinderbetreuung, Schulen, Selbsthilfegruppen, Benachteiligte sowie Felder im Bereich der Migration.
Zur stärkeren Beteiligung von Migrantinnen und Migranten in den Freiwilligendiensten, wird die Bundesregierung im Rahmen ihrer Selbstverpflichtung im Nationalen Integrationsplan Migrantenorganisationen dabei unterstützen, selbst Träger von Freiwilligendiensten zu sein.
Sicherung der deutschen Beteiligung an den Europäischen Freiwilligendiensten
Der Europäische Freiwilligendienst - seit 2007 im neuen Programm JUGEND IN AKTION verankert - ist seit seiner Einführung 1996 auf ständig wachsendes Interesse bei jungen Menschen gestoßen und hat sich zu einem wichtigen Bestandteil der europäischen Jugendpolitik entwickelt. Die Bundesregierung fördert für deren Durchführung die Nationalagentur "Jugend für Europa". Im Rahmen des neuen Programms soll eine Verdoppelung der Teilnehmenden auf rund 10.000 pro Jahr ermöglicht werden. Eine neue Form ist der Gruppenfreiwilligendienst, an dem bis zu 100 Freiwillige teilnehmen können.
Einführung eines neuen entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes
Anfang 2008 soll der neue Dienst starten. Junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren, auch einkommensschwächere, sollen sich international in Entwicklungsländern engagieren können. Bis zum Jahr 2010 ist ein Aufbau von bis zu 10.000 Plätzen mit einem jährlichen Fördervolumen von bis zu 70 Millionen Euro geplant.
Erprobung generationsübergreifender Freiwilligendienste
In Umsetzung der Empfehlungen der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingesetzten Kommission "Impulse für die Zivilgesellschaft" hat das Ministerium das Modellprogramm "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" (2005 - 2008) aufgelegt. Bei dieser neuen Form der Freiwilligendienste werden unter Berücksichtigung der sich aus dem demografischen Wandel in unserer Gesellschaft ergebenden Chancen die Lebenserfahrung und die besonderen Potenziale der älteren Generation gezielt genutzt.
In mehr als 50 Projekten in ganz Deutschland mit über 1.300 Einsatzstellen sind seit Projektbeginn mehr als 6.500 Freiwillige tätig. Mit der Passung von Angeboten der Träger und Fertigkeiten der Freiwilligen, der flexiblen Form des freiwilligen Engagements sowie dem überschaubaren Zeitraum der Verpflichtung (3 - 24 Monate) werden neue Gruppen angesprochen.
