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Fr 25.03.2011

Was ist Cybermobbing?

Kurze Definition:

Unter Cyberbullying oder Cybermobbing versteht man die Beleidigung, Bedrohung, Bloßstellung oder Belästigung von Personen mithilfe neuer Kommunikationsmedien – z. B. über Handy, E-Mails, Websites, Foren, Chats und Communities.

Ausführlichere Definition:

Das "Cybermobbing" oder auch "Cyberbullying", also das Mobbing im Internet, kann z.B. in Chats, Foren und per E-Mail passieren, aber auch in Social Communities wie schülerVZ und Wer-kennt-wen und auf Videoplattformen wie Youtube, auch wenn die Betreiber diesen Seiten sich bemühen, gegen Mobbingattacken vorzugehen und Diffamierungen schnell zu löschen.

Dabei gibt es verschiedene Formen, die dieses Mobbing annehmen kann. Z.B. können diffamierende Fotos oder Filme eingestellt und verbreitet werden. In Social Communities werden manchmal Diskussionsgruppen gegründet, die allein der Lästerei über eine bestimmte Person - sei es nun ein Mitschüler, eine Lehrerin oder ein anderer Internet-Teilnehmer - dienen. Ebenso ist es möglich, dass sich ein Täter unter der Identität des Opfers bei einem der Internet-Kommunikationsdienste anmeldet und in dessen Namen Unwahrheiten verbreitet, da von Seiten der Anbieter keine Verifizierung der angegebenen Daten erfolgt. Beleidigungen und Bedrohungen können via E-Mail, Instant Messenger, Chat, Forum oder Gästebuch verschickt werden.

Was unterscheidet Cybermobbing von Mobbing?

Die Ausgrenzung von Einzelnen oder ganzer Personengruppen durch Spott, Häme und Schikane ist unter Jugendlichen kein neues Phänomen. Während die Antriebe, andere zu beleidigen oder zu bedrohen, die gleichen geblieben sind, haben sich die Formen und Wege des Mobbings in den vergangenen Jahren stark verändert: Konflikte werden zunehmend über neue Kommunikationsmedien ausgetragen. Mobbing, das früher häufig in der Schule oder auf dem Schulweg stattfand, konnte man entkommen. Dies ist nun nicht mehr möglich, es verfolgt die Betroffenen bis in ihr Zuhause. Das verstärkt das Leiden für die Betroffenen erheblich.

Das Internet macht diese neue Form der Beleidigungen und Diffamierungen außerdem – und das ist der gravierendste Unterschied – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Während z.B. das Mobbing in der Schule meist nur Täter und Opfer sowie das nähere Umfeld betrifft und zeitlich auf den Schultag begrenzt ist, sind die Beleidigungen hier von völlig Fremden einsehbar und können jederzeit abgerufen werden. Noch dazu erfährt das Opfer nicht immer automatisch davon, dass sich etwa Fotos von ihm im Netz befinden oder dort Unwahrheiten verbreitet werden.

Hinzu kommt das Problem: Was einmal im Internet steht, lässt sich nicht mehr so leicht entfernen. Selbst wem es gelingt, die Fotos, Beleidigungen und Ähnliches entfernen zu lassen, ist nicht davor geschützt, dass jemand anderes die Inhalte gespeichert hat und an anderer Stelle wieder ins Internet einstellt. Veröffentlicht ein Täter Kontaktdaten des Opfers wie z.B. Handynummer oder E-Mail-Adresse, könnte das Opfer noch lange nach der Löschung dieser Daten aus dem Internet unerwünschte SMS oder Mails bekommen.

Cybermobbing - Zahlen und Fakten (aus JIM 2010):

  • Ca. 30 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sehen im Cybermobbing eine der größten Gefahren des Internets.
  • Jeder vierte Jugendliche gibt an, dass es jemanden in seinem Bekanntenkreis gebe, der über das Internet fertig gemacht wurde. 15 Prozent sagen sogar, dass über sie selbst bereits schon Unwahrheiten im Netz verbreitet wurden.
  • Bei einem Viertel der jugendlichen Internet-User wurde das Internet innerhalb der Clique bereits eingesetzt, um gezielt jemanden fertig zu machen.

Links zu Hintergrundinformationen: