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Do 03.12.2015

Elke Ferner debattiert zum Thema "Armut & Alter"

Viele Menschen werden immer älter, gleichzeitig wächst aber auch das Risiko, im Alter nur eine kleine Rente zu bekommen und von Armut betroffen zu sein. Vor allem Frauen, aber auch Menschen mit Behinderung sind armutsgefährdet.

Am 2. Dezember fand zum Thema "Arm, aber nicht rechtlos! Menschenrechte & Armut in Deutschland" eine Debattenrunde des Deutschen Instituts für Menschenrechte statt, an der die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin, Elke Ferner, teilnahm. Zentrale Fragestellungen für die Debatte waren: Was sind die Ursachen für Altersarmut? Wie kann der sogenannte "Gender Pension Gap" verringert werden? Wie muss der Arbeitsmarkt gestaltet sein, damit alle Menschen eine auskömmliche Rente erhalten?

Große Rentenlücke als Summe aller Nachteile

"Altersarmut ist vor allem eine Folge von Erwerbsarmut und hat viele strukturelle Ursachen: niedrige Löhne, Lücken in der Erwerbsbiografie, kleine Teilzeit und geringfügige Beschäftigung sowie längere Erwerbsunterbrechungen für Kindererziehung und Pflege. All dies steigert das Risiko für Altersarmut", sagte Elke Ferner auf der Podiumsdiskussion. Zum Gender Pension Gap sagte sie: "In Deutschland gibt es seit Jahren eine Lohnlücke zwischen Männern und Frauen von knapp 22 Prozent. Zudem geht die Verdienstschere mit zunehmendem Alter noch weiter auseinander. Die Summe aller Nachteile führen zu einer Rentenlücke von knapp 60 Prozent."

Altersarmut vorbeugen - bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Gute Bildung, eigenständige, existenzsichernde, möglichst durchgängige und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, gleiche Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen und Männer sowie partnerschaftliche Aufteilung von Familie und Beruf: Das sind die zentralen Voraussetzungen, um Altersarmut zu vermeiden.

Die Bundesregierung hat hier bereits eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. "Der gesetzliche Mindestlohn und eine bessere Tarifbindung kommen vor allem Frauen zugute, weil sie überproportional im Niedriglohnsektor beschäftigt sind. Mehr Frauen in Führungspositionen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, das ElterngeldPlus, die Familienpflegezeit, die Verbesserungen für Alleinerziehende im Steuerrecht sowie die Anhebung des Kinderzuschlags und des Kindergelds helfen, die Ursachen für Altersarmut zu bekämpfen", fasste Elke Ferner zusammen.

Weitere Maßnahmen wie das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit oder der Rechtsanspruch auf Rückkehr zur alten Arbeitszeit nach einer Teilzeitphase würden folgen. Elke Ferner betonte hier: "Auch die im Koalitionsvertrag vereinbarte Solidarrente kann langjährig Beschäftigte mit niedrigen Renten aus der Grundsicherung herausholen."