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Mo 11.06.2012

Kristina Schröder besucht Tengelmann - Beschäftigte können Familienpflegezeit nutzen

Kristina Schröder und Karl-Erivan Haub, Geschäftsführer der Tengelmann-Unternehmensgruppe, in einem Supermarkt. Bildquelle: M. Ricks Kristina Schröder beim Besuch einer Supermarkt-Filiale Vergrößerte Ansicht des Bildes öffnet in externem Fenster

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich, die am 1. Januar eingeführte Familienpflegezeit auch für ihre Beschäftigen zu etablieren. Der Weg der Freiwilligkeit erweist sich damit als richtig. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat am 11. Juni in Mühlheim an der Ruhr das Unternehmen Tengelmann besucht, dessen knapp 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun auch die Möglichkeit der Familienpflegzeit nutzen können.

Mit der Familienpflegezeit können pflegende Angehörige Beruf und Pflege besser miteinander vereinbaren, Pflegebedürftige können besser von ihren Familienangehörigen gepflegt werden und den Unternehmen bleiben ihre qualifizierten Beschäftigten erhalten - ohne finanziellen Mehraufwand. Die Familienpflegezeit ist damit die zeitgemäße Antwort auf den demografischen Wandel und den steigenden Pflegebedarf in unserer Gesellschaft.

"Dieses Konzept trifft den Nerv der meisten Menschen: Denn die meisten Menschen wollen die Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige selber tragen", so die Bundesfamilienministerin. "Ich freue mich daher sehr, dass auch Tengelmann seinen Mitarbeitern mit der Familienpflegezeit die Möglichkeit gibt, sich mehr um geliebte Menschen zu kümmern."

2,4 Millionen Pflegebedürftige

Mit der Familienpflegezeit reagiert die Bundesregierung auf die sich verschiebende Altersstruktur in unserer Gesellschaft. Bereits heute sind rund 2,4 Millionen Menschen pflegebedürftig. In wenigen Jahrzehnten soll die Zahl bei über vier Millionen liegen - bei gleichzeitigem Rückgang der Erwerbstätigen.

Gerade viele ältere Pflegebedürftige wollen zu Hause in den eigenen vier Wänden von Familienangehörigen gepflegt werden. Diesem Bedürfnis entspricht, dass in Zukunft mehr ambulant als stationär gepflegt werden soll.

Die Familienpflegezeit

Beschäftigte, die Familienangehörige pflegen wollen, können durch die Familienpflegzeit ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Bei einer Reduzierung der Arbeitszeit auf 50 Prozent sinkt das Gehalt nur auf 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Während der Familienpflegezeit besteht weiterhin ein besonderer Kündigungsschutz. Ist die Pflegezeit beendet und die Beschäftigten arbeiten wieder in Vollzeit, bleibt das Gehalt bei 75 Prozent, bis der Vorschuss nachgearbeitet worden ist.

Anträge für die Familienpflegezeit können seit dem 1. Januar gestellt werden.