Inhalt

Mo 23.01.2012

Kristina Schröder: "Familienpflegezeit ist auf einem guten Weg"

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mit Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen
Vergrößerte Ansicht des Bildes öffnet in externem Fenster Kristina Schröder mit Vertretern der Unternehmen

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat am 23. Januar in Berlin Vertreterinnen und Vertreter der ersten Unternehmen empfangen, die die Familienpflegezeit anbieten. Mit diesem Angebot können schon jetzt rund 300.000 Beschäftigte der teilnehmenden Unternehmen die neue Familienpflegezeit nutzen.

"Die Familienpflegezeit eröffnet der Sozialpolitik in Deutschland eine neue Dimension und bietet Vorteile für alle Beteiligten", sagte Kristina Schröder zur Begrüßung der Unternehmen. "Pflegende Angehörige können künftig Beruf und Pflege besser miteinander vereinbaren, Pflegebedürftige können besser von ihren Familienangehörigen gepflegt werden und den Unternehmen bleiben ihre qualifizierten Beschäftigten erhalten – ohne finanziellen Mehraufwand. Die Familienpflegezeit ist damit die zeitgemäße Antwort auf den demografischen Wandel und der prognostizierten Zunahme der Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft", so die Bundesfamilienministerin.

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Bereits heute sind rund 2,4 Millionen Menschen pflegebedürftig. Gerade viele ältere Pflegebedürftige wollen zu Hause in den eigenen vier Wänden von Familienangehörigen gepflegt werden. Diesem Bedürfnis entspricht, dass in Zukunft mehr ambulant als stationär gepflegt werden soll. Hier setzt die Familienpflegezeit an: Beschäftigte, die eine Familienangehörige oder einen Familienangehörigen pflegen wollen, können ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Das Gehalt reduziert sich dabei nur auf 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Während der Familienpflegezeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz. Ist die Pflegezeit beendet und die Beschäftigten arbeiten wieder in Vollzeit, bleibt das Gehalt bei 75 Prozent, bis der Vorschuss nachgearbeitet worden ist.

Unternehmen, die die Familienpflegezeit bereits anbieten, sind: Airbus Deutschland GmbH, BNP Paribas Versicherungen, Continental AG, Deutsche Post AG, Deutsche Telekom AG, Genworth Versicherung, Georgsmarienhütte GmbH, GLOBUS Handelshof, KfW Bankengruppe, Landeshauptstadt Wiesbaden, Lanxess AG, Roche Diagnostics GmbH und Sozialholding der Stadt Mönchengladbach.

Absicherung für Beschäftige und Arbeitgeber

Die Familienpflegezeit ist eine freiwillige und individuelle Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Beide Seiten können sich wie folgt absichern:

  • Mit Unterstützung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben allen Arbeitgebern die Möglichkeit eines zinslosen Darlehens im Umfang der Lohnvorauszahlung und schließt dadurch Einschränkungen der Liquidität aus
  • Pflegende Beschäftigte können sich entweder über eine eigene Familienpflegezeitversicherung absichern oder beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in eine dort vorgehaltene Gruppenversicherung eintreten. Erste Versicherungen für die Familienpflegezeit sind bereits zertifiziert.

Anträge für die Familienpflegezeit können bereits seit dem 1. Januar 2012 gestellt werden.

Zur Bildergalerie.