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Mi 17.11.2010

Sechster Altenbericht veröffentlicht: Altersbilder in der Gesellschaft

Das Bundeskabinett hat am 17. November den Sechsten Altenbericht "Altersbilder in der Gesellschaft" behandelt und die dazu unter Federführung der Bundesfamilienministerin erarbeitete Stellungnahme der Bundesregierung beschlossen. "Der Sechste Altenbericht führt uns deutlich vor Augen: Kein Lebensabschnitt ist so vielfältig wie das Alter", sagte Kristina Schröder bei der Vorstellung des Berichts.

Die Familienministerin betonte weiterhin: "Wir müssen ein realistisches und differenziertes Bild vom Alter zeichnen. Oft wird übersehen, dass wir in der Phase zwischen 65 und 85 einen historisch neuen Lebensabschnitt geschenkt bekommen haben. Die meisten Menschen erleben diesen Abschnitt nicht in Krankheit und Gebrechlichkeit, sondern aktiv und gesund. Diese Potenziale des Alters müssen wir stärker nutzen."

Kristina Schröder kündigte an, das Programm "Alter neu denken" zu starten. Mit vielfältigen Maßnahmen sollen Jung und Alt zu einer breiten öffentlichen Debatte zu den Ergebnissen des Altenberichts eingeladen werden.

Wichtige Erkenntnisse des Sechsten Altenberichts

Der Sechste Altenbericht trägt dazu bei, realistische Altersbilder herauszuarbeiten und diese durch eine öffentliche Debatte in der Gesellschaft zu verankern. Denn vielfach beruhen aktuell vorherrschende Altersbilder noch auf der Wahrnehmung früherer Generationen und sind oft von Krankheit und Verfall geprägt.

Weitere Erkenntnisse aus dem Altenbericht:

  • Altersbilder wirken in vielen Bereichen unseres Lebens. Sie haben großen Einfluss darauf, was jüngere Menschen für ihr Alter erwarten und darauf, was Ältere sich zutrauen. Daher sollten alle gesellschaftlichen Akteure - auch die älteren Menschen selbst - für potenziell negative Auswirkungen bestimmter Altersbilder sensibilisiert werden.
  • In der Arbeitswelt können die Potenziale Älterer nicht länger ignoriert werden. Die dort noch präsenten negativen Altersbilder stammen aus einer Zeit, in der ältere Beschäftigte möglichst früh aus dem Arbeitsleben ausgegliedert wurden. Viele dieser überkommenen Vorstellungen sind wissenschaftlich widerlegt.
  • Erfreulich ist die Tatsache, dass etwa 70 Prozent der Unternehmen der Aussage widersprechen, dass sich Weiterbildung von Älteren nicht lohne.
  • In Konsum und Marketing legen Produzenten ihrer Produkt- und Handelsgestaltung häufig noch Altersbilder zugrunde, die den tatsächlichen Bedürfnissen älterer Menschen nicht entsprechen. Dies weist auf bislang ungenutzte Potenziale in der Käufergruppe der älteren Menschen hin.
  • Ziel sollte es sein, differenzierte Bilder vom Alter in der Öffentlichkeit zu kommunizieren und zu verbreiten.