Fr 19.10.2012
Unter der Überschrift "Frauen verdienen mehr! - Politik für faire Einkommensperspektiven" diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gewerkschaften und Unternehmen am 19. Oktober in Berlin über Chancen und Risiken von Minijobs im beruflichen Werdegang von Frauen sowie über Ansätze, Erwerbshürden für Frauen abzubauen.
"Nicht nur bei den Führungspositionen in den Unternehmen, auch beim Wiedereinstieg in den Beruf und beim Einstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gibt es gläserne Decken", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Viele Frauen, die Teilzeit arbeiten, bekämen schon beim Anblick ihres Gehaltszettels mit Sozialabgaben und Steuerklasse V das Gefühl, dass sich ihre Erwerbstätigkeit nicht lohne, so die Ministerin. "Hier wollen wir Brücken in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bauen."
Geringfügige Beschäftigung, beziehungsweise Minijobs sind ein Instrument, das den Einsatz von Arbeitskräften flexibler machen und Schwarzarbeit abbauen soll. Arbeitslose und die sogenannte "Stille Reserve" sollen die Möglichkeit eines leichten Wiedereinstiegs in den Beruf erhalten. Im Idealfall sind Minijobs ein Übergang in die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Häufig werden sie diesem Anspruch aber nicht gerecht.
Zwei Drittel derer, die ausschließlich einen Minijob ausüben, sind Frauen. Unter 25 bis 60-Jährigen sind es sogar drei Viertel - insbesondere verheiratete Frauen. Die Attraktivität einer Beschäftigung im Minijob vor allem für diese Frauen und Mütter wandelt sich mit der Zeit oftmals in Ernüchterung über Entwicklungschancen, Einkommensperspektiven und Alterssicherungsansprüche um.
Das Bundesfamilienministerium will daher Übergänge für Frauen vom Minijob in die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung schaffen. Ziel ist es, faire Einkommensperspektiven für Frauen und Männer zu fördern.