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Di 04.08.2015

Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas

Bisher liegt der Männeranteil an den pädagogischen Fachkräften in Kitas bei 3,8 Prozent (2014). 2014 arbeiteten 17.644 männliche Fachkräfte in Kitas, das waren 77 Prozent mehr als 2010 (9.979). Mit verschiedenen Projekten, Forschungsprogrammen und einer besseren Vernetzung werden Männer aktiv dabei unterstützt, sich für den Erzieherberuf zu entscheiden.

ESF-Bundesmodellprogramm "Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas"

Mit dem Programm "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas" stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für den Zeitraum vom 1. Juni 2015 bis zum Ende des Schuljahres 2020 insgesamt fast 34 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Gefördert werden Modellprojekte, die vergütete Ausbildungen von Erzieherinnen und Erziehern erproben und speziell auf Berufswechslerinnen und Berufswechsler zugeschnitten sind. Das Bundesprogramm hat zwei zentrale Ziele: Einerseits soll das lebenslange berufliche Lernen ohne Erwerbsunterbrechungen ermöglicht werden, andererseits soll der Beruf der frühkindlichen Erziehung noch stärker für Männer geöffnet werden.

Erfahrungen aus dem Vorgängerprogramm "Mehr Männer in Kitas" hatten gezeigt: Es gibt einige Männer und Frauen, die mitten im Berufsleben stehen und in den Beruf der Erzieherin beziehungsweise des Erziehers wechseln möchten. 16 Träger von Kindertagesstätten in 13 Bundesländern hatten zwischen 2011 und 2013 praxistaugliche Konzepte und Strategien erprobt, um mehr männliche Fachkräfte für Kitas zu gewinnen. Die Arbeit der Modellprojekte zu den Themen Berufsorientierung, Öffentlichkeitsarbeit, Gender in der pädagogischen Arbeit, Männerarbeitskreise, Generalverdacht und Schutzkonzept, Väter und Elternarbeit wurden zu "Praxis-Handreichungen" zusammengefasst.

Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg / Männer in Kitas"

Eine Koordinationsstelle unterstützt bereits seit 2010 Akteurinnen und Akteure aus der Praxis. Sie berät, informiert, vernetzt und fördert den Dialog zwischen Politik, Praxis und Forschung. Sie steht als zentraler Ansprechpartner für die Themen rund um "Männer und Gender in Kitas" zur Verfügung. Das in der Koordinationsstelle eingerichtete Beratungstelefon informiert über den Quereinstieg in den Erzieherberuf. Dort erhalten interessierte Männer und Frauen unter anderem Informationen zu den je nach Bundesland unterschiedlichen Ausbildungswegen und Möglichkeiten des Quereinstiegs. Die Beratung ist montags von 17:00 bis 20.00 Uhr, mittwochs von 16:00 bis 20.00 Uhr und freitags von 10:00 bis 13.00 Uhr unter der Nummer 030 - 501010-939 erreichbar.

Zukunftsberuf Erzieher

Seit März 2014 können Jungen sich auf der Internetseite www.zukunftsberuf-erzieher.de über den Beruf des Erziehers informieren. Entwickelt wurde das Angebot von den Initiatoren des Boys'Day in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Neben Erfahrungsberichten männlicher Erzieher und Informationen zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sind auf der Internetseite Konzepte und Ideen aus dem abgeschlossenen ESF-Modellprogramm "MEHR Männer in Kitas" aufrufbar.

Studie zum Verhalten von männlichen und weiblichen pädagogischen Fachkräften in Kitas

Im März 2015 wurde eine "Tandem-Studie" zum professionellen Verhalten von Erzieherinnen und Erziehern veröffentlicht. Die Studie thematisiert die Frage, ob sich weibliche und männliche Fachkräfte in Kitas in der konkreten pädagogischen Praxis gegenüber Kindern unterschiedlich verhalten. Sie ist die weltweit erste, die sich mit pädagogischem Personal und dessen Handeln im Kita-Alltag im Geschlechtervergleich auseinandersetzt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nur dann sinnvoll nach Wirkungen des Geschlechts der Fachkräfte gefragt werden kann, wenn zugleich das Geschlecht der Kinder mit einbezogen wird. Unterschiedliche Verhaltensweisen scheinen nicht mit dem Geschlecht der Fachkräfte zusammenzuhängen, sondern mit dem der Kinder. Die Studienergebnisse stehen in einer Kurzfassung zum Download zur Verfügung.