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Mo 05.01.2015

Medienkompetenz stärken

Kinder und Jugendliche haben Medien ganz selbstverständlich in ihren Alltag integriert. Im Umgang damit erwerben sie wichtige Schlüsselkompetenzen zur Teilhabe in unserer Gesellschaft. Je bedeutender Medien im Alltag der Kinder und Jugendlichen werden, umso mehr steigen auch die Anforderungen an ihre Medienkompetenz. Medienkompetenz befähigt Kinder und Jugendliche dazu, Medien ihrem Alter entsprechend selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen. Medienkompetenz heißt, Angebote bewerten und die Konsequenzen von Medienkonsum einschätzen zu können.

Das Bundesjugendministerium sieht in der Stärkung von Medienkompetenz eine wichtige Aufgabe. Es fördert eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die sich den technischen und inhaltlichen Entwicklungen der Medienwelt und an den sich ändernden Umgang damit anpassen. Die Projekte stärken die Medienerziehungskompetenz von Eltern und Fachkräften, unterstützen altersgerechte und gute Medienangebote für Kinder und Jugendliche und fördern den kreativen und eigenverantwortlichen Umgang mit Medien.

Die Maßnahmen zur Stärkung von Medienkompetenz werden vor dem Hintergrund verfügbarer medienpädagogischer Ansätze entwickelt. Das Bundesjugendministerium fördert daher Forschungsvorhaben und den regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch zu aktuellen Fragen der Mediennutzung in der Familie und medienpädagogischen Praxis. Beispiele dafür sind das Forum Kommunikationskultur der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und die interdisziplinäre Fachtagung Medien des Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.

Fokus Internetnutzung

Besonderes Augenmerk beim Thema Medienkompetenz gilt dem Internet. Ziel des Bundesjugendministeriums ist es, mit weiteren Initiativen zur Stärkung von Medienkompetenz die erfolgreichen bestehenden Projekte sinnvoll zu verstärken, anzupassen und zu ergänzen. Um den Chancen und Risiken hinsichtlich der technischen und inhaltlichen Entwicklungen des Internets hier Rechnung zu tragen sowie Know-How und Ressourcen zu bündeln, hat das Bundesjugendministerium am 4. November 2010 den "Dialog Internet" gestartet. Unter dem Dach von "Dialog Internet" widmete sich das Bundesjugendministerium von 2010 bis 2013 dem Thema "Aufwachsen mit dem Netz" mit einem besonderen Schwerpunkt. Es entstanden insgesamt neun Initiativen, die ein breites Themenspektrum der Kinder- und Jugendnetzpolitik abbilden. Sie wurden und werden von Bündnissen getragen, in denen sich Bund, Länder sowie Partner aus Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam engagieren. Dem vorausgegangen war ein etwa einjähriger Diskussionsprozess, in dem Expertinnen und Experten zunächst Thesen und Handlungsempfehlungen für eine zeitgemäße Kinder- und Jugendnetzpolitik erarbeiteten. 

Kinderschutz und sichere Surfräume im Internet

Ein Grundgedanke der Kinder- und Jugendnetzpolitik des Bundesjugendministeriums ist es, das Risikomanagement seitens der Einrichtungen des Jugendmedienschutzes und die individuelle Förderung von Medienkompetenz in eine Balance zu bringen. Aus diesem Grund begleitet das Bundesjugendministerium die Förderung guter Kinderseiten mit Projekten, deren Ziel es ist, insbesondere Kinder vor der Konfrontation mit entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten zu schützen.

Aktuell werden die folgenden Projekte durch das Bundesfamilienministerium begleitet oder gefördert:

I-KiZ – Zentrum für Kinderschutz im Internet

Mit dem Aufbau eines Zentrums für Kinderschutz im Internet (I-KiZ) schafft das Bundesjugendministerium ein Bündnis von Expertinnen und Experten aus Bund und Ländern, Jugendschutz und Strafverfolgung, von Anbietern, Plattformbetreibern, Verbänden und Initiativen sowie aus Technik und Wissenschaft, das in Fachkommissionen erarbeitet, wie Kinder und Jugendliche die Chancen des Internets nutzen und dabei Risiken so gut es geht bereits im Vorfeld vermieden werden können. Zugleich ist das I-KiZ Anlaufstelle, über die Kinder, Jugendliche und Eltern Hilfs-, Beratungs-, und Meldemöglichkeiten erreichen.

Seit November 2014 koordiniert das I-KiZ das Netzwerk gegen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern - "Keine Grauzonen im Internet" - für das Bundesjugendministerin Manuela Schwesig die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Netzwerkpartner setzen sich für eine Löschung und Eindämmung von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Internet ein, insbesondere von sogenannten Posendarstellungen.

Sicher online gehen – Kinderschutz im Internet

In der gemeinsamen Initiative "sicher online gehen – Kinderschutz im Internet" sorgen über 40 Partner aus Bund, Ländern und Wirtschaft für einen besseren und sicheren Surfraum für Kinder. Das Engagement der Partner reicht vom Aufbau eines vielfältigen Netzes für Kinder und Informationen für Eltern über technische Sicherungsmöglichkeiten bis hin zur Weiterentwicklung und Verbreitung von Jugendschutzprogrammen. Denn auch die im Februar 2012 von der Kommission für Jugendmedienschutz anerkannten Jugendschutzprogramme bieten Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern einen altersgerechten Zugang zum Internet zu eröffnen. Die Initiative wurde am 6. Juli 2012 in Berlin mit der Unterzeichnung der Charta "sicher online gehen – Kinderschutz im Internet" gestartet.

Sicher surfen mit dem KinderServer

Seit Februar 2013 sorgt ein Kinderserver dafür, dass Computer und mobile internetfähige Geräte mit wenigen Klicks in einen sicheren Surf-Modus für Kinder geschaltet werden können. Der KinderServer kann auf der Internetseite "www.kinderserver-info.de" kostenfrei heruntergeladen werden. Nach der Installation lässt sich der Internetzugang schnell in den kindgerechten sicheren Surfmodus umschalten. Der passwortgeschützte Wechsel zurück in den Erwachsenenmodus macht den KinderServer dabei besonders familienfreundlich.

"SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht": Kompetenz der Eltern stärken

Die Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht" wurde 2003 ins Leben gerufen. Sie unterstützt Eltern und Erziehende dabei, sich über Angebote elektronischer Medien und deren Handhabung zu informieren, und sensibilisieren sie für Risiken und Gefahren dieser Angebote. Umfassende, leicht verständliche Informationen, Ratschläge und praxisnahe Handlungsempfehlungen klären über einen altersgerechten Umgang mit Medien für Drei- bis Zwölfjährige auf.

Die Informationsangebote und Arbeitsmaterialien stehen auf der "SCHAU HIN!"-Website zur Verfügung. Der "SCHAU HIN!"-Newsletter ergänzt das Angebot mit aktuellen Themen und Terminen.

Initiative "Surfen ohne Risiko"

Seit März 2011 bietet die Internetseite "Surfen ohne Risiko" Eltern Informationen für die Medienerziehung. Kinder bekommen durch eine mit kindersicheren Angeboten individuell gestaltbare Startseite einen sicheren Zugang zum Internet. Das Internetangebot www.surfen-ohne-risiko.net wurde in Zusammenarbeit mit jugendschutz.net erstellt. 

Initiative "Ein Netz für Kinder" und "fragFINN"

Ziel der Initiative "Ein Netz für Kinder" ist es, einen attraktiven und sicheren Surfraum für Kinder von acht bis 12 Jahren zu schaffen. Dadurch sollen sie die Struktur des Internets begreifen und dadurch surfen lernen können.

Der sichere Surfraum für Kinder "fragFINN" wird ergänzt durch die Förderung guter Kinderangebote aus Mitteln des Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Bundesjugendministeriums. Seit der Gründung von "Ein Netz für Kinder" im Jahr 2008 wurden insgesamt 59 Projekte finanziell unterstützt.

Kindersuchmaschine "Blinde Kuh"

Mit der Förderung der Kindersuchmaschine www.blindekuh.de wurde eine deutschsprachige, nicht-kommerzielle Suchmaschine speziell für Kinder geschaffen, die sich als Startseite für das Internet eignet.

Peer³ - fördern_vernetzen_qualifizieren

Beim Erwerb von Medienkompetenz wird die Beteiligung von Jugendlichen in den Projekten immer wichtiger. Auch Peer-to-Peer-Ansätze, die Beratung Jugendlicher untereinander, wurden von den Teilnehmern des "Dialog Internet" empfohlen. Das Bundesjugendministerium fördert daher Projekte, die darauf eingehen.

Das Projekt "peer³ - fördern_vernetzen_qualifizieren" hat zum Ziel, neue Handlungskonzepte für medienpädagogische Peer-to-Peer-Projekte mit Jugendlichen zu entwickeln. Außerdem werden Qualifizierungsangebote für pädagogische Fachkräfte erprobt. Das Projekt "Youthpart" entwickelt Instrumente zur Mitgestaltung von Jugendlichen in der digitalen Gesellschaft, die Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Dein Spiel. Dein Leben. – Find your Level!

Auch die Präventionskampagne "Dein Spiel. Dein Leben. – Find your Level!" setzt auf Jugendbeteiligung. Sie richtet sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwachsene mit einer ausgeprägten Gaming-Affinität und sensibilisiert für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit virtuellen Spielewelten. Das Bundesjugendministerium unterstützt die Kampagne "Dein Spiel. Dein Leben." im Rahmen des Dialog Internet.

Medienerziehung: Information und Beratung für Eltern und Fachkräfte

Eltern und Fachkräfte  in ihrer Medienerziehung zu stärken ist wichtig, um die Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Deshalb unterstützt das Bundesjugendministerium Informations- und Beratungsangebote für Eltern und Pädagogen und fördert Beratungsmaterialien, die sich gezielt auf einzelne Medien beziehen. So hat das Bundesjugendministerium Publikationen zum sicheren Umgang mit dem Internet, mit Mobiltelefonen, mit Spiel- und Lernsoftware und dem Fernsehprogramm veröffentlicht. Darüber hinaus unterstützt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Eltern und Fachkräfte bei der Medienerziehung mit ihrem Informationsangebot.

Dieter-Baacke-Preis

Mit dem Dieter-Baacke-Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und das Bundesjugendministerium beispielhafte Medienprojekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus.

Wettbewerbe

Das Bundesjugendministerium fördert den kreativen Umgang mit Medien durch Wettbewerbe, die Kinder und vor allem Jugendliche direkt ansprechen. Partner in der Umsetzung ist das Kinder - und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF). Das KJF führt im Auftrag des Bundesjugendministeriums bundesweite Kreativ-Wettbewerbe durch, veröffentlicht Filmempfehlungen und Filmeditionen und entwickelt Konzepte und Angebote zur Vermittlung von Medienkompetenz

So fördern der Deutsche Jugendvideopreis, der Deutsche Jugendfotopreis, der Wettbewerb Video der Generationen sowie der Multimediawettbewerb MB21 die Kreativität Jugendlicher im Umgang mit Medien heraus.