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Do 26.03.2009

Familien mit behinderten Angehörigen

Die Zuständigkeit für die Gesetze, die bei Ansprüchen zum Ausgleich der Nachteile einer Behinderung maßgeblich sind (insbesondere: Sozialgesetzbuch IX und XII), liegt beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist jedoch bestrebt, durch Förderung von entsprechenden bundesweiten Projekten die Situation von Familien, in denen Menschen mit einer Behinderung leben, insgesamt zu verbessern.

Projekte

Anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003 hatte der Bun­desverband behinderter und chronisch kranker Eltern (bbe e. V.) einen Ideenwettbewerb zur Entwicklung barrierefreier Kinder- und Babymöbel ausgeschrieben. Der Wettbewerb wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Bundesministerium für Gesundheit und Soziales finanziert.

Ziel des Wettbewerbs war es, die alltägliche Situation von Eltern mit Behinderungen zu verbessern. Ihnen soll - ähnlich wie Eltern ohne Behinderungen - ein größeres Angebot an beispielsweise Kinderbetten, Wickeltischen, Laufställen, Hochstühlen, Tischen und Stühlen sowie Bademöbeln und Bademöglichkeiten zur Auswahl stehen. Mit dem Wettbewerb sollte die Öffentlichkeit, insbesondere die Hersteller von Möbeln für Kleinkinder, auf die ausgren­zenden Bedingungen aufmerksam gemacht werden, denen Eltern mit Behinderungen im Bereich Familienarbeit ausgesetzt sind. Mit dem Wettbewerb sollte dem Vorurteil entgegen­getreten werden, behinderte Menschen könnten keine verantwortungsvollen Eltern sein. Eine sehr subtile Diskriminierung. Das Versagen des Rechts auf Elternschaft sollte durch den Wettbewerb in der Öffentlichkeit angesprochen werden. Die Dokumentation des Ideenwett­bewerbs ist auf der Homepage des bbe e. V. einge­stellt.

Der bbe e. V. hat außerdem mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums zwei Ratgeber für behinderte Eltern herausgegeben, die als Broschüren über den bbe  beziehungsweise das Bundesministerium erhältlich sind.

Zur Verbesserung der Situation behinderter Eltern wurden vom bbe e. V. außerdem - mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums - Rundtisch-Gespräche zum Thema "Spezielle Hilfsmittel für die Familienarbeit behinderter und chronisch kranker Eltern" ins Leben gerufen. An den Gesprächen nehmen Expertinnen und Experten aus Verbänden, Ministerien, Rehabilita­tionsträgern und aus den Reihen der Hilfsmittelhersteller teil. Ziel der Gespräche ist es, einen erleichterten Zugang zu Hilfsmitteln für die Familienarbeit behinderter Eltern zu erreichen. Bei den letzten Rundtisch-Gesprächen kam die Idee auf, mit Unterstützung von Sponsoren aus der Hilfsmittelbranche und privaten Spenden eine Initiative zum wirtschaftlichen Wieder­einsatz von Hilfsmitteln ("Hilfsmittelpool") zu starten. Der bbe e. V. führt zurzeit hierzu Ge­spräche.

Über das Thema Familie und Behinderung können Sie sich umfassend informieren in dem mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ent­wickelten Familienratgeber.

Rund 15.000 Angebote für Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und Interessierte sind hier von regionalen Partnern, die die Aktion Mensch beim Aufbau der größten bundesweiten Datenbank für Menschen mit Behinderung unterstützen, eingestellt. Betroffene, Angehörige und Berater finden auf der Internetplattform Antworten auf Fragen wie: "Was bedeutet Frühförderung? Wo bekomme ich einen Schwerbehindertenausweis? Wer hilft bei der Pflege von Angehörigen? Welche Rechte hat ein behinderter Arbeitnehmer?"

In der Datenbank finden Interessierte Adressen und Ansprechpartner in unmittelbarer Wohn­ortnähe - wie zum Beispiel die nächstgelegene Selbsthilfe-Kontaktstelle. Ziel des Familienratgebers ist es, Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen weiter­zuhelfen - durch die Vermittlung von Anlaufstellen vor Ort, durch Informationen oder durch die Möglichkeit, sich innerhalb der Foren auszutauschen. Die Adress-Datenbank ist das Kernstück der Website, aber auch inhaltlich bietet der Fami­lienratgeber viel: Informationen zu allen wichtigen Lebensphasen von der Geburt über Kin­dergarten und Schule zur Berufsausbildung, einen Shop von vorwiegend kostenlos zu be­ziehenden Broschüren und Ratgebern sowie dem Service Recht.