Mi 27.08.2008
Dr. Hermann Kues: "Wir wollen den Zivildienst als Lerndienst gezielt gestalten"
Bundeskabinett beschließt Änderung des Zivildienstgesetzes
Die Bundesregierung setzt ihr Ziel, den Zivildienst als Lerndienst weiterzuentwickeln, konsequent um. Dazu gehört der Erwerb von Schlüsselqualifikationen im Dienst selbst ebenso wie die weitere qualitative Verbesserung von Lehrgängen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung des Zivildienstgesetzes hat das Bundeskabinett heute beschlossen. Allerdings muss der Bundestag dem Gesetz noch zustimmen.
"Zivis sind heute längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, in Berlin. "Ihre Arbeit ist hoch anerkannt und aus vielen sozialen Einrichtungen kaum mehr wegzudenken. Für Familien mit kranken oder pflegebedürftigen Angehörigen sind die Zivildienstleistenden wertvolle Helfer und eine wichtige Stütze. Dafür erhalten die jungen Männer oft ganz individuell Dank und Wertschätzung. Aber auch wir als Staat wollen Ihnen für ihr wertvolles Engagement im Dienst der Allgemeinheit so viel wie möglich Anerkennung geben", so Kues weiter. "Weil auch Arbeitgeber wissen, dass der Zivildienst den jungen Männern wichtige berufliche Grundqualifikationen wie Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein mit auf den Weg gibt, werden wir den Zivildienst bewusst als Lerndienst gestalten. Damit stärken wir die persönliche und soziale Kompetenz der jungen Männer nachhaltig."
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass jeder Zivildienstleistende ein obligatorisches qualifiziertes Dienstzeugnis erhalten soll - es gibt Aufschluss über Tätigkeiten und erworbene Kompetenzen. Die Einführungslehrgänge an den staatlichen Zivildienstschulen und den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände werden zu dienstbegleitenden Seminaren weiterentwickelt. Bewährtes, wie die fachliche Schulung insbesondere im Bereich der Pflege und Betreuung Hilfebedürftiger, in der rund zwei Drittel der Zivildienstleistenden tätig sind, sowie im Umwelt- und Naturschutz werden beibehalten. Ebenso die Seminare zur politischen Bildung.
Für 2008 werden rund 88.000 Einberufungen zum Zivildienst erwartet, womit sich die Steigerung der vergangenen Jahre weiter fortsetzt. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es mehr als 84.000 Einberufungen, im Jahr davor mehr als 82.000. Anfang August hat der insgesamt 2,5-millionste Zivildienstleistende seit Einführung des Dienstes im Jahr 1961 seinen Dienst angetreten.
