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Fr 01.02.2008

Gleichberechtigung: Jetzt sind auch die Männer dran

Die Gleichstellungspolitik hatte in der Vergangenheit vor allem Frauen im Blick. In diesem Jahr starten nun zwei Forschungsprojekte, die sich mit der Rolle der Männer befassen. Sie sind Teil des neuen Handlungsschwerpunkts "Rollenbilder erweitern - Neue Perspektiven für Männer" in der Politik des Bundesfamilienministeriums.

Mit zwei Forschungsprojekten zum Thema "Rollenbilder erweitern - Neue Perspektiven für Männer" sollen Männer auf eine neue Weise in die Gleichstellungspolitik einbezogen werden.

Das erste Projekt beschäftigt sich mit der Erhöhung des Männeranteils beim pädagogischen Personal in Kindertagesstätten. Zum einen bedeutet dies für die betreuten Kinder, dass sie beide Geschlechter als Rollenvorbilder erleben und nicht in einer "männerfreien" Welt aufwachsen. Zum anderen bietet dies für junge Männer eine Erweiterung des Berufswahlspektrums, was angesichts der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt ebenso notwendig ist wie die Erweiterung von Rollenbildern für Männer.

Das zweite Projekt widmet sich der Frage der überlieferten Rollenbilder im Unterhaltsrecht: Wie beeinflussen traditionelle Rollenbilder - die Frau kümmert sich um die Kinder und der Mann verdient das Geld - die geschlechtsneutral formulierten Gesetze und deren Anwendung und Auslegung?

Weitere Forschungsprojekte werden folgen. Sie sollen dazu beitragen, die noch immer stark auf das traditionelle Alleinverdienermodell ausgerichteten Rollenzuschreibungen für Männer zu überwinden. Diese gehen sowohl an den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt als auch an den veränderten Einstellungen und Wünschen vieler Männer selbst vorbei. Hinzu kommt, dass auf Seiten der Frauen Veränderungen stattgefunden haben, während die Rollenzuschreibungen für Männer weitgehend unverändert geblieben sind.

"40/80-Katastrophe" zeigt Misere auf

Bester Beleg dafür ist die von Klaus Hurrelmann in der jüngsten Shell-Jugendstudie beschriebene "40/80 Katastrophe". 80 Prozent der jungen Frauen wollen danach Beruf und Familie kombinieren, aber allenfalls 40 Prozent der jungen Männer können sich eine Partnerschaft vorstellen, in der Pflichten und Aufgaben gleich verteilt sind. Demnach kann also nur die Hälfte der jungen Frauen mit aufgeschlossenen Partnern rechnen. Die andere Hälfte trifft auf Männer, die von ihrer Ehefrau erwarten, dass sie ihnen den Rücken frei hält.