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Fr 01.08.2014

Ein Jahr Rechtsanspruch

Der erste Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind ab seinem ersten Geburtstag einen Anspruch auf Förderung in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Rund 660.000 Kinder nehmen dieses Angebot wahr, wie die aktuelle bundesweite Statistik zeigt.

"Der Rechtsanspruch wirkt. Heute gibt es in Deutschland so viele Betreuungsangebote wie niemals zuvor", erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Im Jahr 2007 lag die Betreuungsquote noch bei 15,5 Prozent. Sieben Jahre später, im März 2014, bei rund 32,5 Prozent.

In den vergangenen Jahren haben Bund, Länder und Kommunen massiv in den Ausbau von Kitas und Kindertagespflege investiert. Dadurch erhielten Kinder Zugang zu frühkindlicher Förderung, die vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs erst ab dem dritten Geburtstag einen Platz erhalten hätten. 

Den Rechtsanspruch ab dem vollendeten dritten Lebensjahr gibt es bereits seit 1996.

41,7 Prozent der Eltern wünschen sich eine Betreuung für ihr Kind. Das zeigt, dass der Bedarf noch nicht gedeckt ist. Deshalb wird der Bund die Länder, die verfassungsrechtlich für den Ausbau zuständig sind, auch weiterhin beim Ausbau unterstützen. In dieser Legislaturperiode werden so 1 Mrd. Euro Investitionsmittel seitens des Bundes zur Verfügung gestellt.

"Zusammen mit den Bundesmitteln, die ich zur Verfügung stelle, werden wir gemeinsam mit den Bundesländern ein wirksames Paket für den weiteren Ausbau und für mehr und bessere Qualität in der Kindertagesbetreuung schnüren", betonte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. "Die Verbesserung der Chancengerechtigkeit ist die gemeinsame Aufgabe, der sich Bund, Länder und Kommunen jetzt gemeinsam stellen müssen."

Doch es werden nicht nur mehr Kitaplätze benötigt, sondern wir brauchen auch gute Kitaplätze. "Dieser Zugang zu frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung ist ein unschätzbarer Gewinn. Sie ist der Beginn einer sinnvollen Bildungskette", so Schwesig.

Im November werden sich die für Kinderbetreuung zuständigen Ministerinnen und Minister von Bund und Ländern auf Einladung von Bundesministerin Manuela Schwesig und Ministerin Irene Alt (Rheinland-Pfalz) zu einer gemeinsamen Konferenz in Berlin treffen.