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Do 29.03.2012

Ministerin Schröder: "Kitas haben einen positiven Einfluss auf das Wohlergehen von Alleinerziehenden und ihren Kindern"

Neue Studie über die Auswirkungen von Ganztagesbetreuung für die Kinder von Alleinerziehenden vorgestellt

Frühkindliche Betreuung hat gerade für Kinder von Alleinerziehenden positive Auswirkungen, da unter anderem das Armutsrisiko, von dem Alleinerziehende überdurchschnittlich häufig betroffen sind, durch eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung gesenkt werden kann. Das ist eines der Ergebnisse der Studie "Gesamtgesellschaftliche Effekte einer Ganztagesbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden", des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Heute (Donnerstag) hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder, gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, und dem Geschäftsführer des IW Köln, Dr. Hans-Peter Klös, die Ergebnisse vorgestellt.

"Unsere Familienpolitik richtet sich an alle Familien, gleich welcher Form. Eine gut ausgebaute, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung hilft Alleinerziehenden und ihren Kindern ganz besonders", so Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters sagt dazu: "Die Studie zeigt, dass ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen 110.000 Alleinerziehende in Arbeit bringen könnte. Damit wäre auch das Wohlergehen von 175.000 Kindern besser abgesichert. Diese Chance dürfen wir nicht verpassen. Jedes Kind ab einem Jahr sollte ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz haben."

Die Untersuchungen des IW Köln zeigen, dass ein flächendeckendes Betreuungsangebot die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbsaufnahme von Alleinerziehenden erhöht. Durch ein besseres Betreuungsangebot nimmt vor allem die Chance zu, dass Alleinerziehende ihren Wunsch nach einer Vollzeittätigkeit realisieren können. Die Armutsgefährdungsquote von Alleinerziehenden in Vollzeitbeschäftigung beträgt 5,2 Prozent, bei Erwerbslosen ist sie etwa zehnmal so hoch. Durch Angebote an Ganztagsbetreuung entstehen folglich Aufstiegschancen für Alleinerziehende.

Für Kinder eröffnen sich durch den längeren Besuch einer Betreuungseinrichtung bessere Bildungschancen. Kinder von Alleinerziehenden können ihre schulischen Leistungen um mehr als ein Jahr verbessern. Die Wahrscheinlichkeit, später ein Gymnasium zu besuchen, erhöht sich für alle Kinder.

Ganztagseinrichtungen haben daher einen positiven Einfluss auf das Wohlergehen von Kindern. Sie tragen dazu bei, ihre Gesundheitssituation zu verbessern und ihr subjektives Wohlbefinden zu steigern. Betreuungseinrichtungen erleichtern Kindern darüber hinaus, mit der Trennung ihrer Eltern zurechtzukommen. Sie gewährleisten die Einbettung in ein stabiles soziales Umfeld und den sozialen Kontakt zu anderen Kindern.

Aber auch für die öffentliche Hand zahlen sich die Investitionen in Ausbau der Infrastruktur aus. IW-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös betont die Bedeutung der langfristigen Perspektive von Investitionen in die Infrastruktur: "Den zusätzlichen jährlichen Ausgaben in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro stehen infolge der höheren Erwerbstätigkeit, Einsparungen bei der Nachqualifizierung der Kinder sowie steigenden positiven Produktivitätseffekten mittelfristig höhere Einnahmen der öffentlichen Hand gegenüber. In zwanzig Jahren werden die kumulierten Einnahmen die Ausgaben übertreffen."

Die Studie "Gesamtgesellschaftliche Effekte einer Ganztagesbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden" finden Sie im Internet unter
www.iwkoeln.de/Alleinerziehende und www.drk.de.