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Do 06.10.2011

Bundesfamilienministerium fördert selbstständiges Wohnen im Alter

Bund unterstützt 35 Projekte für eine bessere Unterstützung und Versorgung im Wohnumfeld bis 2014 mit vier Millionen Euro

Die meisten Menschen in Deutschland wollen so lange wie möglich in ihrer Wohnung, im vertrauten Wohnumfeld leben. Die Realität sieht oft anders aus. Familienangehörige wohnen zu weit entfernt, der Kontakt zu Nachbarn und Freunden fehlt oder reicht alleine nicht aus, um den Alltag in Würde zu bewältigen. Hinzu kommt: Hilfs- und Beratungsangebote sind nicht hinreichend bekannt.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert deshalb im Rahmen des neuen Programms "Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen" bundesweit 35 Projekte, die innovative Formen der Unterstützung und Versorgung anbieten. "Gutes Wohnen ist ein Eckpfeiler für ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben", sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. "Mit dem neuen Programm wollen wir so viele Menschen wie möglich in die Lage versetzen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Nur so erhalten wir auch im Alter die gewohnte Lebensqualität - dazu zählen Komfort, Geborgenheit und Sicherheit ebenso wie Aktivität und gesellschaftliche Teilhabe."

Die eingegangenen rund 500 Bewerbungen zeigen die ganze Vielfalt an Ideen und Kreativität, die bei Vereinen, Stadtteilbüros, Nachbarschaftsinitiativen und Pflegeorganisationen vorhanden sind. Die Projekte bilden neue Formen der Organisation von Nachbarschaftshilfe: niedrigschwellig, selbstorganisiert, praxisnah. Ein Beispiel ist der Aufbau neuartiger Versorgungsteams: Familienangehörige, Nachbarn, ehrenamtlich Engagierte und professionelle Fachkräfte unterstützen gemeinsam ältere und pflegebedürftiger Menschen zuhause.

Projekte der mobilen Wohn- und Pflegeberatung, der interkulturellen Nachbarschaftshilfe und Betreuung und die Unterstützung für demenzkranke Menschen sind weitere Schwerpunkte des Programms.

"Mir ist wichtig, dass sich auch die Nachbarn umeinander kümmern und dass die Menschen nicht wegschauen. Kleine Hilfen im Alltag, wie der Einkauf oder die Begleitung zum Arzt oder einfach der Anruf, ob alles in Ordnung ist, können viel bewirken", sagt Kristina Schröder. Der Bund stellt für das gesamte Programm bis 2014 insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung.

Über das Thema Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen hinaus wendet sich das Bundesfamilienministerium in dem 2010 auf den Weg gebrachten Programm "Soziales Wohnen - Zuhause im Alter" auch den Themen Handwerk, Barrierefreiheit und Technik für ältere Menschen zu. Dabei entstehen etwa Musterwerkstätten, in denen junge Handwerkerinnen und Handwerker für die Anforderungen altersgerechten Bauens und Wohnens besonders qualifiziert werden. Erprobt werden zudem besonders alltagsnahe technische Hilfen, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit entwickelt worden sind - vom Hebelift im Badezimmer bis zur persönlichen elektronischen Steuerung der Wohnungsfunktionen.

Weitere Informationen: www.serviceportal-zuhause-im-alter.de und www.bmfsfj.de.