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Mi 10.11.2010

Kristina Schröder: "Der Ausbau der Kinderbetreuung muss noch weiter an Dynamik gewinnen"

55.000 neue Plätze für unter Dreijährige vor allem in den alten Bundesländern

Der Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschlang geht weiter voran. So wurden nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2010 rund 23 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege betreut. Vor allem in den westdeutschen Bundesländern gewinnt der Ausbau dabei an Dynamik: Hier wurden rund 45.000 neue Plätze geschaffen (Vorjahr: ca. 38.000), wobei insbesondere Niedersachsen und Schleswig-Holstein stark zulegen (+3,9 bzw. +3,7 Prozentpunkte).

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder: "Insgesamt 55.000 neue Betreuungsplätze für unter Dreijährige in ganz Deutschland - das ist eine gute Nachricht für Familien. Fast überall geht der Ausbau der Kinderbetreuung jetzt deutlich schneller voran als früher. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel: Wenn wir wie geplant bis 2013 eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung erreichen wollen, muss die Dynamik aufrecht erhalten werden."

Der Bund beteiligt sich bis 2013 mit vier Milliarden Euro am Ausbau der Kinderbetreuung, darunter 2,15 Milliarden für Investitionen. Daraus sind aktuell bereits 1,5 Milliarden Euro für konkrete Projekte bewilligt, was aber erst in den kommenden Jahren Eingang in die Statistik finden wird. Denn tatsächlich überwiesen wird das Geld erst, wenn die Plätze geschaffen wurden. Auch hier ist die Dynamik des Ausbaus sichtbar: So wurden allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 fast 400 Millionen Euro abgerufen, 75 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. 

"Die Bewilligungen zeigen, dass die Richtung stimmt", so Bundesministerin Schröder. "Aber wir müssen die Abläufe beschleunigen, um die berechtigten Erwartungen der Familien nach einer bedarfsgerechten und qualitativ guten Kinderbetreuung so schnell wie möglich erfüllen zu können. Das wird nur dann funktionieren, wenn die Länder ihren Anteil beisteuern. Ich erwarte, dass alle Verantwortlichen ihre Zusagen einhalten."

Die Länder haben beim "Krippengipfel" im April 2007 zugesagt, die Finanzmittel des Bundes an Kommunen und Träger weiterzuleiten und ihrerseits die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das gemeinsame Ziel, bis 2013 für bundesweit durchschnittlich 35 Prozent der unter dreijährigen Kinder Betreuungsplätze zu schaffen, erreicht wird. Der Bund wird deshalb im kommenden Jahr in einer Zwischenauswertung die Länder nach ihren konkreten Ausbauzielen bis 2013 befragen und darauf bestehen, dass auch von Seiten der Länder die notwendigen eigenen Mittel eingesetzt werden.

"Gemeinsam werden wir die 35 Prozent Betreuungsquote bis 2013 erreichen", betont Kristina Schröder. "Genauso wichtig ist aber, dass wir auch bei der Qualität der Betreuung Fortschritte machen. Die Bundesregierung  stellt deshalb unter anderem von 2011 bis 2014 rund 400 Millionen für den Ausbau der Sprachförderung in 4000 Schwerpunkt-Kitas in ganz Deutschland zur Verfügung."