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Fr 24.09.2010

Dr. Hermann Kues fordert familienfreundlichere Arbeitszeiten

Bundesfamilienministerium und DIHK starten im November offiziell die Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten"

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues startet heute (Freitag) in der IHK Wiesbaden eine Dialog-Veranstaltungsreihe mit der Wirtschaft zum Thema flexible Arbeitszeiten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder in den kommenden Monaten in Industrie- und Handelskammern mit Unternehmensverantwortlichen über nachhaltige Konzepte für eine flexible Arbeitszeitgestaltung diskutieren und für familienfreundliche Arbeitszeitmodelle werben.

"Der Wunsch nach mehr Zeit für Familie steht bei berufstätigen Eltern ganz oben auf der Prioritätenliste. Gleichzeitig sind die Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels darauf angewiesen, sich mit flexiblen Arbeitszeitmodellen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren", betonte Staatssekretär Dr. Kues anlässlich der Auftakt-Veranstaltung. "Es ist mir ein besonderes Anliegen, mit den Verantwortlichen in den Betrieben, Verbänden und Kammern darüber ins Gespräch zu kommen, wie wir die Arbeitszeiten in Deutschland so gestalten können, dass Menschen Leistung in ihrem Beruf bringen können und Zeit für Verantwortung in der Familie haben. Dazu brauchen wir innovative und flexible Arbeitszeitmodelle, zum Beispiel mehr vollzeitnahe Teilzeit-Arbeitsplätze mit 30 bis 35 Stunden Wochenarbeitszeit."

Vor diesem Hintergrund stellte Kues die Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten" sowie das Konzept für eine Familienpflegezeit vor und diskutierte anschließend mit den rund 100 Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Wirtschaft, wie sich mit innovativen Arbeitszeitmodellen Lösungen insbesondere für eine gelungene Vereinbarkeit von Beruf und Pflege älterer Angehöriger erreichen lassen.

Der Hauptgeschäftsführer der IHK Wiesbaden, Joachim Nolde, erläuterte beispielhaft erfolgreiche Aktivitäten für familienfreundlichere Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Region. "In den meisten Betrieben ist das Thema Familie und Arbeitswelt mittlerweile geerdet und hat sich zu einem festen Bestandteil der Personalpolitik entwickelt. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen erkundigen sich immer häufiger bei uns nach konkreten Ideen für eine bessere Familienorientierung. Sie haben erkannt, dass sie sich mit familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen als attraktive Arbeitgeber positionieren können, damit leichter qualifizierte Bewerber gewinnen und bewährte Fachkräfte stärker an sich binden. Auch die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Pflege von Angehörigen hat an Bedeutung gewonnen. Ganz konkret werden wir dazu im kommenden Frühjahr ein Kompetenztraining für pflegende Angehörige anbieten, welches gemeinsam von Unternehmen, Institutionen, der IHK und dem Bündnis für Familie getragen wird. Die Politik bleibt aber nach wie vor in der Pflicht, denn auch in unserer Region ist beispielsweise das Angebot an Ganztagsschulen noch zu dünn."

Die Dialog-Veranstaltungsreihe ist Teil der Initiative "Familienbewusste Arbeitszeiten", die das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag im November offiziell starten wird. Ziel: Mehr vollzeitnahe Teilzeitstellen für Mütter und Väter zu schaffen. In die Initiative fließen die Erfahrungen der über 3.000 Arbeitgeber ein, die Mitglied im Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" sind.

Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" wurde 2006 vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag gegründet. Es ist inzwischen die größte Plattform für Arbeitgeber in Deutschland, die sich zu einer familienbewussten Personalpolitik bekennen. Das serviceorientierte Netzwerkbüro berät und unterstützt gerade kleine und mittlere Betriebe bei der praktischen Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen und bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit, mit anderen Firmen zu kooperieren und das eigene Engagement stärker in den öffentlichen Blick zu rücken.

Weitere Informationen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf finden Sie unter ww.bmfsfj.de sowie www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerk.

Weitere Informationen zur Familienpolitik der Bundesregierung finden Sie im Internet unter www.bmfsfj.de.