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Mo 11.01.2010
Gute Kinderbetreuung
Eine gute Kinderbetreuung und frühe Förderung für alle Kinder gehören zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben in Deutschland. Damit junge Menschen ihren Wunsch nach Kindern auch verwirklichen können, sind bedarfsgerechte Betreuungsangebote, gute Qualität und Trägervielfalt zu gewährleisten. Dabei spielt die Kindertagespflege als besonders flexible und familiennahe Betreuungsform eine zentrale Rolle. Ihre Attraktivität soll erhöht und die Qualifikation der Tagespflegepersonen weiterentwickelt werden.
Das Kinderförderungsgesetz (KiföG), das am 16. Dezember 2008 in Kraft trat, bildet eine gute Grundlage, um den Ausbau der Kindertagesbetreuung konsequent fortzusetzen. Das Gesetz setzt Meilensteine für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für mehr Bildung für alle Kinder und für bessere Zukunftsperspektiven in Deutschland. Bis zum Jahr 2013 wird es bundesweit im Durchschnitt für jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben - rund ein Drittel der neuen Plätze werden in der Kindertagespflege geschaffen. Im gleichen Jahr wird jedes Kind mit Vollendung des ersten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Tagespflege haben.
Finanzierung des Ausbaus auf seriöser Grundlage
Um diese Ziele zu erreichen, wurde die Finanzierung des Ausbaus mit dem Kinderbetreuungsfinanzierungsgesetz auf eine seriöse Grundlage gestellt. Von den insgesamt 12 Milliarden Euro, die für den Ausbau benötigt werden, trägt der Bund mit 4 Milliarden Euro rund ein Drittel. Davon stehen bis zum Jahr 2013 insgesamt 2,15 Milliarden Euro für Investitionsmittel bereit.
Die restlichen 1,85 Milliarden Euro des Bundes entlasten die Bundesländer bei der Finanzierung der Betriebskosten. Diese Änderung des Finanzausgleichgesetzes ist im KiföG geregelt und gilt bis 2013. Ab 2014 beteiligt sich der Bund dann dauerhaft mit jährlich 770 Millionen Euro an der Finanzierung der Betriebskosten.
Ziel bis 2013: gute Qualität bundesweit
Gleichzeitig werden Bund, Länder und Kommunen die Qualität der Betreuung entscheidend verbessern. Dazu gehören insbesondere eine umfassende Sprachförderung für alle Kinder vor der Einschulung, die Gewinnung von Erzieherinnen, Erziehern und Tagespflegepersonen und ein angemessener Betreuungsschlüssel.
Mit zwei Programmen unterstützt das Bundesfamilienministerium die Bemühungen der Länder, Kommunen und Träger, für mehr Qualität in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege zu sorgen:
1. Bildung und bestmögliche Förderung aller Kinder schaffen Chancengerechtigkeit. Deshalb ist es notwendig, Eckpunkte zur frühkindlichen Bildung in Einrichtungen und in der Kindertagespflege zu entwickeln. Das Forum Frühkindliche Bildung soll diese Aufgabe übernehmen und damit den Ausbau der Kinderbetreuung in Bezug auf qualitative Anforderungen unterstützen.
2. Das Aktionsprogramm Kindertagespflege fördert die Strukturen und den Ausbau der Kindertagespflege. Hierzu gehören in den 162 Modellstandorten die Verankerung von Vermittlungs- und Vertretungssystemen sowie Verbesserungen der Fachberatung und der Vernetzung. Die Qualifizierung der Tagesmütter und -väter wird bundesweit flächendeckend umgesetzt auf der Basis von Kooperationsvereinbarungen zwischen Bund, den meisten Ländern und der Bundesagentur für Arbeit: Ein gemeinsames Gütesiegel für Bildungsträger eröffnet Zugang zu einer 160-Stunden-Mindestqualifizierung von neu gewonnenen Tagespflegepersonen auf der Grundlage des Curriculums des Deutschen Jugendinstituts.
Der Ausbau der Kinderbetreuung schreitet voran
Mit einer Betreuungsquote bei unter Dreijährigen von 20 Prozent (West 14,6 Prozent, Ost 46 Prozent - jeweils ohne Berlin; 2008: insgesamt 18 Prozent) wurde eine wichtige Zwischenetappe erreicht. Rund 417 000 Kinder unter drei Jahren wurden im März 2009 in Deutschland in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Dies entspricht einem Anstieg um 53 000 Kinder beziehungsweise 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist eine gute Nachricht für Eltern.
Seit Beginn des Jahres 2009 verläuft die Entwicklung wesentlich dynamischer. Die Kommunen haben die Wichtigkeit des Themas voll erkannt. Mitten in der Wirtschaftskrise haben sie Anträge für Bundeszuschüsse aus dem Sondervermögen des Bundes für 150 000 Plätze gestellt, die inzwischen bewilligt worden sind. Das bedeutet eine Verdreifachung beim bewilligten Fördervolumen gegenüber 2008. Diese Dynamik ist aber auch nötig, um die Wartelisten der Kinder, die einen Platz suchen, rasch abzubauen und für die Eltern Verlässlichkeit zu schaffen.
