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Di 10.06.2014

Kinder- und Jugendschutz

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für die Bundesregierung oberste Priorität. Dieser Schutz beginnt schon im Säuglingsalter und soll Kleinkinder, Kinder und Jugendliche in allen Lebensphasen und Lebenssituationen begleiten.

Prävention und Intervention im Kinderschutz

Das Bundeskinderschutzgesetz ist am 1. Januar 2012 in Kraft getreten. Zuvor war das Gesetz ohne Gegenstimmen von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden.

Das Bundeskinderschutzgesetz schafft die Grundlage für umfassende Verbesserungen im Kinderschutz in Deutschland. Es stärkt alle im Kinderschutz wichtigen Akteure  – insbesondere die Kinder selbst.

Das Gesetz bringt Prävention und Intervention gleichermaßen voran und steht für bessere Unterstützungsangebote für Familien, Eltern und Kinder, mehr Zusammenarbeit der relevanten Akteure und starke Netzwerke im Kinderschutz. Von den Kinderärzten, Familienhebammen, Jugendämtern bis hin zu den Familiengerichten – alle wirken zusammen, um Risiken und Gefahren für Kinder und Jugendliche aktiv vorzubeugen oder diese wirksam abzuwenden.

Das Gesetz basiert auf einem intensiven Austausch mit den Fachleuten der Länder, Kommunen, Verbände und der Wissenschaft. Es greift Erkenntnisse des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen" und Erfahrungen aus der Arbeit der Runden Tische "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" und "Sexueller Kindesmissbrauch" auf.

Frühe Hilfen

Die Geburt eines Kindes stellt jede Familie vor neue Herausforderungen. Wenn das Familiensystem belastet und keine Unterstützung vorhanden ist, können Eltern zeitweise mit der Erziehung des Kindes überfordert sein. In solchen Situationen brauchen Familien eine niedrigschwellige und alltagstaugliche Unterstützung. Der Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen ist ein wichtiger Schwerpunkt der Kinder- und Jugendpolitik des Bundesfamilienministeriums.

Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt

Am 27. September 2011 hat die Bundesregierung den Aktionsplan 2011 zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung beschlossen. Mit dem Aktionsplan wurde ein Gesamtkonzept zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jeglicher Form sexueller Gewalt und Ausbeutung entwickelt. Dafür nahm die Bundesregierung Empfehlungen des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch" und der ehemaligen Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, auf.

Die Einrichtung eines Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" wurde am 24. März 2010 von der Bundesregierung beschlossen, seine Arbeit endete mit einem Abschlussbericht am 30. November 2011.

Am 1. Mai 2013 startete der Fonds Sexueller Missbrauch als erster Teil des von den Mitgliedern des Runden Tisches empfohlenen ergänzenden Hilfesystems für Fälle sexuellen Missbrauchs aus der Vergangenheit.

Seit dem 1. Dezember 2001 ist Johannes-Wilhelm Rörig Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Aktiver Jugendschutz

Für die Bundesregierung ist es wichtig und unerlässlich, dass die Regelungen des Jugendschutzgesetzes konsequent eingehalten werden. Unter dem Motto "Jugendschutz: Wir halten uns daran!" und "Jugendschutz konsequent umsetzen" sowie dem Internetportal "Jugendschutz aktiv" leistet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Jugend und Sport intensive Aufklärungs- und Informationsarbeit für Einzelhändler, Gastronomen und Veranstalter, aber auch Eltern sowie Kinder und Jugendliche.

Ein Nationaler Aktionsplan Jugendschutz verstärkt den Jugendschutz vor Ort: Unter dem Motto "Jugendschutz aktiv" wurden in den Jahren 2011 bis 2013 die vielfältigen Aktivitäten und Projekte des Jugendschutzes auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene für Akteure, Verantwortliche und alle Interessierten sichtbar gemacht und öffentlichkeitswirksam begleitet.

Dabei standen zwei Ziele im Vordergrund: Erfolgreiche Maßnahmen und Projekte wurden vorgestellt und bildeten die Basis für einen hilfreichen Erfahrungsaustausch. Die hierfür bereitgestellte Projektdatenbank auf jugendschutzaktiv.de bietet dafür einen umfassenden Überblick und die Möglichkeit der unmittelbaren Vernetzung. Darüber hinaus erhöht der Aktionsplan die Akzeptanz für die Notwendigkeit eines wirksamen Schutzes von Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit bei allen Verantwortlichen und Beteiligten. Eltern und Erziehende werden als wichtige Partner sensibilisiert und gestärkt.

Medienkompetenz und Jugendinformation

 Kinder und Jugendliche haben Medien ganz selbstverständlich in ihren Alltag integriert. Im Umgang mit Medien erwerben sie wichtige Schlüsselkompetenzen zur Teilhabe in unserer Mediengesellschaft. Mit der zunehmenden Bedeutung von Medien im Alltag der Kinder und Jugendlichen zunimmt, steigen auch die Anforderungen an ihre Medienkompetenz.

Medienkompetenz befähigt Kinder und Jugendliche dazu, Medien ihrem Alter entsprechend selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ dazu zu nutzen, ihre Lebenswelt zu gestalten. Medienangebote bewerten und die Konsequenzen des eigenen Umgangs mit Medien realistisch einschätzen zu können, gehört zur Medienkompetenz dazu.

Das Bundesfamilienministerium sieht in der Stärkung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen eine wichtige Aufgabe und fördert eine  Vielzahl von Projekten und Initiativen, die entsprechend der technischen und inhaltlichen Medienentwicklungen kontinuierlich angepasst werden. Die Initiativen und Projekte richten sich zum Teil direkt an Kinder und Jugendliche und zum Teil an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher.

Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Alle Kinder haben ein Recht darauf, gesund aufzuwachsen. Die aktuellen Ergebnisse des Kinder- und Jugendsurveys zeigen, dass dies bei den meisten Kindern auch der Fall ist. Allerdings sind Kinder aus sozial benachteiligten Familien von deutlich höheren Gesundheitsrisiken betroffen als der Durchschnitt.

Eltern in schwierigen Lebenssituationen brauchen daher mit Blick auf die gesundheitliche Entwicklung ihrer Kinder Hilfe und Unterstützung. Die Gesundheitsförderung und -vorsorge müssen deshalb stärker in das direkte Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen (Kitas, Schulen) eingebunden werden.  

Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen (Kinderrechtskonvention)

Die Kinderrechtskonvention wurde am 20. November 1989 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Am 5. April 1992 trat sie in Deutschland in Kraft. Die Kinderrechtskonvention regelt die Rechte des Kindes umfassend. Sie gilt in fast allen Staaten der Erde.

Kinder- und Jugendhilfe

Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist es, die Entwicklung junger Menschen zu fördern und ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen. Die Kinder- und Jugendhilfe hat daher einen komplexen Auftrag.

Sie soll:

  • junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,
  • Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,
  • Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen und
  • dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.