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Di 15.03.2016

Integration und Chancen für Jugendliche

Der Zugang zum Arbeitsmarkt bleibt jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss auch in Zeiten des demografischen Wandels oftmals versperrt. Trotz der Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt gestalten sich die Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung in Deutschland für eine hohe Zahl junger Menschen - insbesondere für sozial benachteiligte und individuell beeinträchtigte Jugendliche - nach wie vor schwierig. Jugendliche und junge Erwachsene aus bildungsfernen Familien oder junge Menschen mit Migrationshintergrund sind keineswegs weniger begabt als der Durchschnitt der Gleichaltrigen. Für ihre soziale, schulische und berufliche Integration benötigen sie jedoch oftmals eine gezielte Förderung, die auf ihre individuelle Lebenssituation zugeschnitten ist.

Übergang von Schule in Beruf erleichtern

Die BMFSFJ-Initiative "JUGEND STÄRKEN" bündelt seit 2009 die Programme der Jugendsozialarbeit unter einem Dach mit dem Ziel, junge Menschen mit individuellen Ansätzen am Übergang von der Schule in den Beruf zu begleiten und die Kooperation verschiedener Einrichtungen in diesem Bereich vor Ort zu verbessern. Hierbei steht die Erprobung einer bedarfsgerechten, systematischen Steuerung und Koordinierung von Maßnahmen der Jugendsozialarbeit in Zusammenarbeit mit der Schule und den lokalen Arbeitsmarktakteuren im Fokus.

JUGEND STÄRKEN im Quartier

Das neue ESF-Programm "JUGEND STÄRKEN im Quartier" setzt in der aktuellen Förderphase von 2014 bis 2020 die fachlichen Erkenntnisse der Vorgängerprogramme um. Die Stellung der Kommune als Steuerungsinstanz der Jugendhilfeangebote wird dabei zukünftig stärker als bisher berücksichtigt. Zudem ist erstmals eine ressortübergreifende Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Bau, Stadtentwicklung und Reaktorsicherheit (BMUB) gelungen.

Von 2015 bis 2018 werden bundesweit 178 Modellkommunen ihre Angebote für benachteiligte junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf am Übergang von der Schule in den Beruf entwickeln und ihre Kooperation im örtlichen Netzwerk ausbauen. Die Projekte werden in den Fördergebieten der Sozialen Stadt oder in vergleichbar benachteiligten Regionen umgesetzt. Über individuelle Förderangebote und Mikroprojekte sollen nicht nur Kompetenzen und Persönlichkeit der jungen Menschen gestärkt, sondern auch ein Mehrwert für das Quartier geschaffen werden - zum Beispiel indem die jungen Menschen einen Gemeinschaftspark anlegen oder ein interkulturelles Stadtteilfest organisieren. Damit leistet "JUGEND STÄRKEN im Quartier" auch einen Beitrag zu einer integrierten, sozialen Stadtentwicklung.

Jugendmigrationsdienste

Bundesweit begleiten mehr als 450 Jugendmigrationsdienste junge Menschen mit Migrationshintergrund mit einem vielschichtigen Angebot, um ihnen Chancengerechtigkeit und Teilhabe zu eröffnen. Sie helfen ihnen dabei, eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden, sprechen mit Eltern, Behörden, Schulen, Betrieben und ergänzen diese Unterstützung durch Maßnahmen aus dem sportlichen und kulturellen Bereich. Außerdem bieten sie Sprachkurse und Bewerbungstrainings sowie Schulungen zum Umgang mit neuen Medien an.
Ergänzend öffnen die Jugendmigrationsdienste ihre Angebote im Projekt "jmd2start" bis Ende 2017 auch für junge Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive. Viele Einrichtungen kooperieren mit den Kommunen des Programms "JUGEND STÄRKEN im Quartier".

JUGEND STÄRKEN: 1.000 Chancen

Die Initiative wird weiter ergänzt durch das Projekt "JUGEND STÄRKEN: 1.000 Chancen", mit dem das Bundesjugendministerium neue Wege der Kooperation zwischen Trägern der Jugendsozialarbeit und der Wirtschaft geht. Auf ehrenamtlicher Basis bieten Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort benachteiligten jungen Menschen durch praxisnahe, niedrigschwellige Unterstützungsangebote deutschlandweit Einblicke in die Arbeitswelt. Die jungen Menschen werden angeregt, sich mit beruflichen Perspektiven auseinanderzusetzen.

Garantiefonds Hochschule

Das Bundesjugendministerium bietet auf der Grundlage der Richtlinien "Garantiefonds Hochschule" jungen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern, Asylberechtigten sowie jungen ausländischen Flüchtlingen mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus Unterstützung bei der Aufnahme oder Fortsetzung einer akademischen Laufbahn an. Aufbauend auf den Integrationskursen nach dem Aufenthaltsgesetz werden Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache bis zum Niveau C 1 (EU-Referenzrahmen) finanziert. Ebenso wird die Teilnahme an Kursen zur Erlangung der deutschen Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife (sogenannte Sonderlehrgänge der Länder) und an Studienkollegs und Vorbereitungskursen zum Studienkolleg unterstützt.