Eigenständige Jugendpolitik

Inhalt

Fr 09.11.2012

Entwicklung einer Eigenständigen Jugendpolitik

Unsere Gesellschaft braucht die Jugend - ihre Ideen, ihr Engagement und ihre Potenziale. Und Jugendliche benötigen in dieser entscheidenden Zeit ihres Lebens die Unterstützung und Anerkennung der Gesellschaft. Nur mit den richtigen Rahmenbedingungen können sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten und mit Zuversicht in die Zukunft blicken.

Deshalb startet das Bundesfamilienministerium einen politischen Dialogprozess mit dem Ziel, eine Eigenständige Jugendpolitik in Deutschland zu etablieren. Aufgabe ist es, die politische Debatte auf die Herausforderungen und Bedürfnisse von Jugendlichen in Deutschland zu lenken.

Warum eine Eigenständige Jugendpolitik?

Jugendliche sind in unserer Gesellschaft mehr als zuvor auf starke Fürsprecher und Partner angewiesen. Jugend ist eine entscheidende Lebensphase: In diesem Lebensabschnitt finden junge Menschen ihren Platz in der Gesellschaft. Sie entwickeln ihre Persönlichkeit und ihre eigene Identität. Sie machen wichtige Erfahrungen und stellen entscheidende Weichen für ihre Zukunft. Diese Anforderungen betreffen alle Jugendlichen unabhängig von ihren Lebenswelten. Besondere Problemlagen treten auf, wenn Jugendliche diesen Anforderungen nicht gewachsen sind oder Startchancen ungleich verteilt sind. In diesen Lebenssituationen kann Politik nachhaltig eingreifen, Rahmenbedingungen verbessern und faire Chancen schaffen. Damit wird Jugendpolitik zur gesellschaftlichen Zukunftspolitik.

Öffentliches Bild von Jugend aufwerten

Eine Eigenständige Jugendpolitik hat zudem die Aufgabe, das Bild der Jugend, vor allem das von den Medien geprägte Image einer "orientierungslosen Jugend", dem tatsächlichen Gegebenheiten wieder anzunähern, indem die positiven Leistungen der jungen Menschen in den Vordergrund gestellt werden. Damit wird das Bild von Jugend in der Öffentlichkeit wieder aufgewertet.

Gerade vor dem Hintergrund, dass der Gesamtanteil der Jugendlichen in Deutschland sinkt, ist unsere Gesellschaft darauf angewiesen, dass sich möglichst viele junge Menschen aktiv einbringen. Die Mitbestimmung der jungen Generationen ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Langfristiger Dialog

Der politische Dialogprozess ist auf einen längeren, über die aktuelle Legislaturperiode hinausgehenden Zeitraum angelegt. Den Kern bilden zunächst thematische Fachforen, die aktuelle Fragestellungen in den Mittelpunkt stellen, etwa zur Anerkennung außerschulischer Bildung, zur Fortentwicklung der Jugendhilfeplanung oder zur optimalen Gestaltung der Übergange von der Schule in Ausbildung.

Jugendliche sind dabei in alle Prozessschritte einbezogen. Sie geben nicht nur Impulse, sondern bewerten auch alle erarbeiteten Ansätze, Thesen und Positionen zur Gestaltung einer Eigenständigen Jugendpolitik aus ihrer Sicht.

Einladung zum Dialog und Handeln

Eine Eigenständige Jugendpolitik muss auf einer breiten Basis aufbauen, um nachhaltig zu wirken. Deswegen ruft das Bundesfamilienministerium alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Akteure auf, sich an der Entwicklung der Eigenständigen Jugendpolitik zu beteiligen - von Politik, Kinder- und Jugendhilfe, Schule über Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie Medien bis hin zu den Jugendlichen selbst.

Diese zu bildende Allianz stellt sich der Herausforderung, einen breiten Konsens über alle Ebenen hinweg bezüglich einer Eigenständigen Jugendpolitik zu erzielen. Jugendliche brauchen die Anstrengungen und das Zusammenspiel aller relevanten Partner auf allen Ebenen - trotz der Vielfältigkeit der Zuständigkeiten.