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Mi 15.06.2016

Eigenständige Jugendpolitik: Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft

"Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" – unter diesem Motto steht die Jugendstrategie des Bundesjugendministeriums. Die Politik für Jugendliche wird ergänzt um eine Politik mit Jugendlichen und eine Politik von Jugendlichen. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren. Unter dem Dach der Jugendstrategie kommen viele Partner zusammen sie wollen

  • wirkungsvolle Jugendbeteiligung erreichen und Rechte von Jugendlichen sichern
  • Übergänge erfolgreich gestalten; dazu gehören Berufsorientierung, Ausbildung und soziale Integration,
  • Zeiten und Räume für junge Menschen zwischen Anforderungen und Bedürfnissen bieten,
  • Bildungsorte und Bildungsangebote weiterentwickeln; hier geht es um Kooperationen, Sichtbarmachung und Anerkennung.

Dieser Strategie zugrunde liegt die Eigenständige Jugendpolitik als ein umfassender Politikansatz, der junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren in den Mittelpunkt ressortübergreifenden Handelns stellt. Jugend wird als eigenständige Lebensphase betrachtet, handlungsleitend sind die Interessen und Bedürfnisse Jugendlicher und junger Erwachsener. Dieser Ansatz wird bundesweit durch verschiedene Kooperationspartner und Vorhaben verbreitet und umgesetzt.

Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft"

Die Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ) ist hierbei ein zentraler Gestaltungspartner des Bundesjugendministeriums: Sie arbeitet mit allen Akteuren der Jugendstrategie zusammen und sorgt für deren Vernetzung. Die Koordinierungsstelle führt Veranstaltungen durch, informiert und dokumentiert. Ihre Kernaufgabe besteht darin, die Eigenständige Jugendpolitik bundesweit zu verbreiten.

Im Mittelpunkt stehen dabei Strategien für eine jugendgerechte Politik und Gesellschaft vor Ort, insbesondere im bundesweiten Prozess "Jugendgerechte Kommunen" mit 16 Referenzkommunen, die bis 2018 von der Koordinierungsstelle begleitet werden.

Der Planungsstab der Koordinierungsstelle ist der Ort, an dem sich die Gestaltungspartner der Jugendstrategie austauschen und vernetzen. Darüber hinaus berät und unterstützt er die Koordinierungsstelle. Im Planungsstab vertreten sind das Bundesjugendministerium, die Obersten Landesjugendbehörden, der Deutsche Landkreistag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Bundesjugendring, das Bundesjugendkuratorium, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, das Deutsche Jugendinstitut, JUGEND für Europa (Service- und Transferstelle EU-Jugendstrategie) sowie die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ.

Jugend-Check

In Umsetzung eines Vorhabens aus dem Koalitionsvertrag entwickelt das Bundesjugendministerium gemeinsam mit Jugendverbänden und anderen Akteuren einen Jugend-Check, um Maßnahmen des Bundes auf ihre Vereinbarkeit mit den Interessen der jungen Generation zu überprüfen.

Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft"

Die Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft" bringt die Stimme der Jugend in die Demografiestrategie der Bundesregierung ein. Die Arbeitsgruppe stellt ländliche Regionen in den Mittelpunkt und arbeitet mit vier Modelllandkreisen (Friesland, Kyffhäuserkreis, Lichtenfels, Vorpommern-Rügen) zusammen. Jugendbeteiligung wird dabei nicht nur gefordert, sondern als verbindlicher Prozess realisiert, unter anderem durch Jugend-Demografie-Dialoge vor Ort (Leuphana Universität Lüneburg) und das Beteiligungsprojekt "Ichmache>Politik|Demografie" (Deutscher Bundesjugendring). Die in beiden Projekten entwickelten Vorschläge der Jugendlichen fließen in die Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe ein.

Darüber hinaus hat die AG „Jugend gestaltet Zukunft“ bereits 2015 eine Handreichung mit jugendpolitischen Grundsätzen (PDF-Datei, nicht barrierefrei) erarbeitet, um demografiepolitische Diskurse und Ergebnisse dahingehend zu reflektieren, ob Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen betroffen sind beziehungsweise berücksichtigt wurden. Bildlich gesprochen will die AG damit alle Gestaltungspartner der Demografiestrategie dazu anregen, die „Jugend-Brille“ aufzusetzen, um die Perspektiven von Jugendlichen einzunehmen beziehungsweise berücksichtigen zu können.

Innovationsfonds im Kinder- und Jugendplan

Im Rahmen des Innovationsfonds im Kinder- und Jugendplan des Bundes werden 2014-2016 insgesamt 42 Projekte zur Förderung der Eigenständigen Jugendpolitik unterstützt. Die Handlungsfelder sind: politische Bildung, kulturelle Bildung, Jugendverbandsarbeit, internationale Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.

"jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis digitaler Partizipation"

Mit der Onlineplattform "jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis digitaler Partizipation" wird ePartizipation leichter, Tools und Themen bekommen ab Herbst 2016 einen gemeinsamen Ort unter www.jugend.beteiligen.jetzt. Die Plattform spricht Menschen an, die digitale Jugendbeteiligungsprozesse unterstützen wollen, auf Bundes-, Landes- und insbesondere kommunaler Ebene. Jugendliche und erwachsene Multiplikatorinnen und Multiplikatoren können sich mit Hilfe dieses Angebots informieren, vernetzen und weiter qualifizieren, um Jugendbeteiligung voran zu bringen, zu stärken und auch neu zu initiieren.

EU-Jugendstrategie

Die Jugendstrategie „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ ist auch der politische Rahmen für das Zusammenwirken von EU-Jugendstrategie und Eigenständiger Jugendpolitik. Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie bringt europäische Ideen und Inhalte in Politik und Praxis. Die EU-Jugendstrategie wird gemeinsam von Bund und Ländern in drei Themenkorridoren umgesetzt: Förderung der Partizipation und Stärkung der Demokratie, soziale Integration und gelingende Übergänge in die Arbeitswelt, Anerkennung und Sichtbarmachung des nicht-formalen und informellen Lernens in der Jugendarbeit.

Schnittstellen der Jugendstrategie

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) als Sachverständigengremium mit Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dabei werden junge Menschen in geeigneter Weise in die Beratungen einbezogen. Die Beratungsergebnisse des BJK werden der Bundesregierung sowie der (Fach-)Öffentlichkeit in Form von Positionspapieren und Stellungnahmen zur Verfügung gestellt. Die Arbeitsergebnisse des BJK fließen auch in die Weiterentwicklung der Jugendstrategie ein.

Der 15. Kinder- und Jugendbericht analysiert die Lebenswelten Jugendlicher zum Thema "Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter".

Der 16. Kinder- und Jugendhilfetag vom 28. bis 30. März 2017 in Düsseldorf wird Raum bieten für eine Zwischenbilanz zur Jugendstrategie

Die Jugendstrategie ist …

  • … eine Einladung des Bundes an  Länder und Kommunen zur strategischen Zusammenarbeit.
  • … eine Plattform für den fachlich-konzeptionellen Austausch.
  • … eine Lobby für die Jugendlobby.

Die Partizipation von Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten ist handlungsleitendes Prinzip, weil Jugendliche Expertinnen und Experten in eigener Sache sind und ein Recht auf Beteiligung haben. Im Bundesjugendministerium wird kein jugendpolitisches Projekt ohne Partizipation begonnen.