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Mi 12.12.2012

Gleichstellungspolitik - Politik für Frauen und Männer

Nur wenn Frauen und Männer faire Chancen erhalten, können sie ihre Potenziale optimal nutzen. Die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung unterstützt sie dabei. Der Erste Gleichstellungsbericht zeigt, dass Frauen und Männer immer noch unterschiedliche Chancen im Leben haben. So schließen Frauen zwar ihre Ausbildung im Schnitt erfolgreicher ab als Männer. Dennoch verdienen sie weniger als Männer, sie steigen seltener in Führungspositionen auf und sie wählen nur selten naturwissenschaftliche oder technische Berufe.

Unterbrechungen im Erwerbsleben

Mütter wenden im Schnitt deutlich mehr Zeit für die Familie auf als Väter und verzichten häufig zumindest teilweise auf eine Erwerbstätigkeit. Damit werden die Folgen der Entscheidungen, die Paare gemeinsam treffen- wie die Gründung einer Familie - ungleich auf Frauen und Männer verteilt: Während Männer durch die meist ununterbrochene Erwerbstätigkeit Aufstiegsperspektiven haben und sich persönlich entwickeln können, führen die Unterbrechungen im Erwerbsleben von Frauen zu deutlichen beruflichen Nachteilen, die sich über die Zeit hinweg ansammeln. Die langfristigen Auswirklungen zeigen sich im Alterssicherungseinkommen, das für Frauen um 59,6 Prozent geringer ist, oder in den meist schwierigen wirtschaftlichen Lagen, wenn Frauen ungewollt die Rolle als Familienernährerin übernehmen müssen.

Doch auch Männer sehen für sich oft  nur ein begrenztes Spektrum in ihrem Lebensverlauf an zur : Sie entscheiden sich nur selten für soziale und Pflegeberufe und sie nehmen weitaus weniger Elternzeit. Teilzeitarbeit wird Männern weniger zugestanden.

Noch immer ungleiche Chancen zwischen Frauen und Männern

Die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern werden an zahlreichen Punkten im Leben deutlich: Bei der Berufswahl, bei der Gründung einer Familie, beim Aus- und Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Genau hier setzt daher eine moderne Gleichstellungspolitik der fairen Chancen an: Sie will individuelle Entscheidungen unabhängig vom Geschlecht ermöglichen.

Die Realitäten von Frauen und Männern sind in Deutschland heute vielfältiger denn je. Beiden Geschlechtern stehen heute deutlich mehr Chancen offen, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Dennoch bestehen immer noch teilweise gravierende Unterschiede und ungleiche Chancen zwischen Frauen und Männern. Entscheidungen für das eigene Leben, die Potenziale und Chancen jedes und jeder Einzelnen können und dürfen jedoch nicht vom Geschlecht abhängen. Dafür setzt sich die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung in Deutschland, aber auch international ein.

Bundesregierung will faire Chancen schaffen

So zum Beispiel mit dem Stufenplan "Frauen in Führungspositionen", der Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in leitenden Positionen schafft. Mit dem Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" und dem Wiedereinstiegsrechner unterstützt das Bundesfamilienministerium Frauen beim Wiedereinstieg nach Unterbrechungen im Erwerbsleben. Das Analyse-Instrument Logib-D hilft Unternehmen, Entgeltunterschiede im eigenen Betrieb festzustellen.

Faire Chancen bedeutet aber auch, dass Frauen in Notlagen unterstützt werden. Der Zugang zum bestehenden Hilfesystem wird beispielsweise durch die Einrichtung des bundesweiten Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" erleichtert.

Das Bundesfamilienministerium unterstützt Männer dabei, ihre Rolle abseits von Rollenklischees selbst zu definieren. Das Projekt "Mehr Männer in Kitas" ermutigt Männer dazu, einen Erzieherberuf zu wählen. Weitere Berufe, für die sich Jungen und Männer bisher kaum entscheiden, werden am Boys' Day vorgestellt, der parallel zum Mädchen-Zukunftstag Girls' Day stattfindet und vom Bundesfamilienministerium gefördert wird.

Geodaten

Gerade im Familienleben spielt die Logistik eine wichtige Rolle: Kann man die Kinder auf dem Weg zur Arbeit in den Kindergarten bringen? Muss ich zum Einkaufen fahren? Gibt es einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr? Ist die Schule nah genug, so dass die Kinder alleine gehen können? Diese und andere Fragen sind für Frauen wie für Männer gerade im Alltagsleben von großer Wichtigkeit. Um die öffentliche Infrastruktur weiter ausbauen zu können, sind aktuelle, solide und aussagekräftige Geodaten unerlässlich – ebenso wie für wichtige Zukunftsthemen wie Klima, Energie, Mobilität oder Demographie.

Ziel der Bundesregierung ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Innovationsstandort für das Geoinformationswesen auszubauen. Sie hat daher den 3. Bericht über die Fortschritte zur Entwicklung der verschiedenen Felder des Geoinformationswesens im nationalen, europäischen und internationalen Kontext (3. Geo-Fortschrittsbericht) vorgelegt. Der Bericht verdeutlicht die Komplexität der anstehenden Aufgaben bei der Fortentwicklung des Geoinformationswesens, national wie international.


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