Do 22.03.2012
Gleichstellungspolitik - Politik für Frauen und Männer
Nur wenn Frauen und Männer faire Chancen erhalten, können sie ihre Potenziale optimal nutzen. Die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung unterstützt sie dabei. Der Erste Gleichstellungsbericht zeigt, dass Frauen und Männer immer noch unterschiedliche Chancen im Leben haben. So schließen Frauen zwar ihre Ausbildung im Schnitt erfolgreicher ab als Männer. Dennoch verdienen sie weniger als Männer, sie steigen seltener in Führungspositionen auf und sie wählen nur selten naturwissenschaftliche oder technische Berufe.
Unterbrechungen im Erwerbsleben
Mütter wenden im Schnitt deutlich mehr Zeit für die Familie auf als Väter und verzichten häufig zumindest teilweise auf eine Erwerbstätigkeit. Damit werden die Folgen der Entscheidungen, die Paare gemeinsam treffen- wie die Gründung einer Familie - ungleich auf Frauen und Männer verteilt: Während Männer durch die meist ununterbrochene Erwerbstätigkeit Aufstiegsperspektiven haben und sich persönlich entwickeln können, führen die Unterbrechungen im Erwerbsleben von Frauen zu deutlichen beruflichen Nachteilen, die sich über die Zeit hinweg ansammeln. Die langfristigen Auswirklungen zeigen sich im Alterssicherungseinkommen, das für Frauen um 59,6 Prozent geringer ist, oder in den meist schwierigen wirtschaftlichen Lagen, wenn Frauen ungewollt die Rolle als Familienernährerin übernehmen müssen.
Doch auch Männern steh nur ein begrenztes Spektrum an Verwirklichungschancen zur Verfügung: Sie entscheiden sich nur selten für soziale und Pflegeberufe und sie nehmen weitaus weniger Elternzeit. Teilzeitarbeit wird Männern weniger zugestanden.
Noch immer ungleiche Chancen zwischen Frauen und Männern
Die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern werden an zahlreichen Punkten im Leben deutlich: Bei der Berufswahl, bei der Gründung einer Familie, beim Aus- und Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Genau hier setzt daher eine moderne Gleichstellungspolitik der fairen Chancen an: Sie will individuelle Entscheidungen unabhängig vom Geschlecht ermöglichen.
Die Realitäten von Frauen und Männern sind in Deutschland heute vielfältiger denn je. Beiden Geschlechtern stehen heute deutlich mehr Chancen offen, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Dennoch bestehen immer noch teilweise gravierende Unterschiede und ungleiche Chancen zwischen Frauen und Männern. Entscheidungen für das eigene Leben, die Potenziale und Chancen jedes und jeder Einzelnen können und dürfen jedoch nicht vom Geschlecht abhängen. Dafür setzt sich die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung in Deutschland, aber auch international ein.
Bundesregierung will faire Chancen schaffen
So zum Beispiel mit dem Stufenplan "Frauen in Führungspositionen", der Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in leitenden Positionen schafft. Mit dem Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" und dem Wiedereinstiegsrechner unterstützt das Bundesfamilienministerium Frauen beim Wiedereinstieg nach Unterbrechungen im Erwerbsleben. Das Analyse-Instrument Logib-D hilft Unternehmen, Entgeltunterschiede im eigenen Betrieb festzustellen.
Faire Chancen bedeutet aber auch, dass Frauen in Notlagen unterstützt werden. Der Zugang zum bestehenden Hilfesystem wird beispielsweise durch die Einrichtung des bundesweiten Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" erleichtert.
Das Bundesfamilienministerium unterstützt Männer dabei, ihre Rolle abseits von Rollenklischees selbst zu definieren. Das Projekt "Mehr Männer in Kitas" ermutigt Männer dazu, einen Erzieherberuf zu wählen. Weitere Berufe, für die sich Jungen und Männer bisher kaum entscheiden, werden am Boys' Day vorgestellt, der parallel zum Mädchen-Zukunftstag Girls' Day stattfindet und vom Bundesfamilienministerium gefördert wird.
