Migrantinnen fördern

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Do 30.07.2009

Migrantinnen fördern

In Deutschland leben heute zirka 15 Millionen Menschen, die einen Migrationshintergrund haben oder als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen sind. 49,8 Prozent von ihnen sind weiblich.

Migrations- und Integrationsprozesse von Männern und Frauen verlaufen unterschiedlich. Während Frauen, insbesondere der zweiten und dritten Migrationsgeneration sich auch an den Rollenleitbildern deutscher Frauen orientieren, d.h. für sich durchaus eine qualifizierte Berufsausbildung und eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen, scheinen Männer mit Migrationshintergrund sich eher an den Rollenleitbildern ihres Herkunftslandes zu orientieren.

Der Zugang zu Frauen mit Migrationshintergrund ist häufig schwierig. Er ist jedoch unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammen- und Integrationsarbeit. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es nicht "die" Migrantin gibt. Zwischen den Migrantinnen bestehen erhebliche Unterschiede nach Herkunftsethnie, Religionszugehörigkeit und Lebenssituation. Dies bedeutet, dass auch differenzierte Angebote für unterschiedliche Migrantinnengruppen entwickelt werden müssen.

Das betrifft auch die die Lebenssituation älterer Migrantinnen. Bisher wurde im Hinblick auf einen Verbleib im Alter häufig davon ausgegangen, dass ein großer Teil der Arbeitsmigrantinnen der ersten Generation in ihre Heimat zurückkehren würde. Das ist allerdings nicht der Falle, denn entgegen ursprünglicher Annahmen planen Migrantinnen jeden Alters überwiegend den Verbleib in Deutschland.