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Fr 17.06.2016

Gleichstellung im Erwerbsleben

Wenn es darum geht, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen und eine persönliche soziale Absicherung aufzubauen, unterscheiden sich Frauen und Männer auch heute noch deutlich voneinander. Vor allem Frauen sind von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt betroffen, mit Folgen bis hin zur Rente. Der Arbeitsmarkt ist daher ein zentrales Feld der Gleichstellungspolitik. Das Bundesfamilienministerium setzt sich deshalb für folgende Punkte ein:

  • die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt,
  • gleicher Zugang zu Führungspositionen in Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft und Forschung,
  • gleiche Karrierechancen für Frauen und Männer, Mütter und Väter, 
  • gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag 2015 bei 71,5 Prozent - 2002 waren es nur 61,8 Prozent. Allerdings sind Frauen deutlich stärker in Teilzeit und geringfügig beschäftigt als Männer.

Um Frauen und Männern gleichberechtigt zu ermöglichen, ihre wirtschaftliche Existenz aus eigener Kraft zu sichern, muss die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit für Frauen gleichermaßen wie für Männer gewährleistet sein. Zudem macht es die weiter voranschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt  sowie der rasche wirtschaftliche,  strukturelle und demografische Wandel in Deutschland erforderlich, das hohe fachliche Potenzial der Frauen so gut wie möglich zu nutzen. Chancen und Möglichkeiten bieten sich, eine weiterhin steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen zu gewährleisten und eine Ausweitung der Arbeitszeit möglichst vollzeitnah zu gestalten. Dies auch, um den sich abzeichnenden Fachkräftebedarf zu decken und um Altersarmut, vor allem bei Frauen, entgegenzuwirken.

Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer und sie arbeiten oft in Teilzeit, um Zeit für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen zu haben. Frauen sind vielfach in weniger gut bezahlten Branchen und Berufen beschäftigt und sie sind weitaus seltener in Führungspositionen zu finden - insbesondere im Topmanagement. Gleichzeitig ist die Mehrheit der geringfügig Beschäftigten in Deutschland weiblich.

Ziel einer wirkungsvollen Gleichstellungspolitik ist es daher, Frauen und Männern gleiche Verwirklichungschancen im Erwerbsleben zu eröffnen. Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern wegen des zunehmenden Fachkräftemangels auch notwendig zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Förderung der Gleichstellung durch die Bundesregierung

Durch gezielte Maßnahmen fördert die Bundesregierung die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben. Dazu gehören Maßnahmen für mehr Entgeltgleichheit und für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Aufwertung "typischer" Frauenberufe, zum Beispiel in der Pflege, und ein Rückkehrrecht von Teilzeit- auf Vollzeitarbeit. Die Lohnungleichheit soll durch ein neues Gesetz nachhaltig verringert werden, das unter anderem einen Anspruch auf Auskunft für die Beschäftigten durch das Unternehmen enthalten wird.

Seit dem 1. Mai 2015 gilt außerdem das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Mit dem Gesetz soll mittelfristig der Anteil von Frauen in Führungspositionen signifikant verbessert und letztlich eine Geschlechterparität erreicht werden. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein zur Förderung gleicher Chancen von Frauen und Männern im Berufsleben erreicht.